Flames of War – Panzergrau bemalen

Panzergrau ist für viele deutsche Fahrzeuge der frühen Kriegsjahre die typische Grundfarbe. Gerade im Maßstab 15 mm wirkt ein einfach nur dunkelgrau lackiertes Fahrzeug allerdings schnell zu flach. Mit wenigen Aufhellungen, einem passenden Wash, dezentem Chipping und etwas Staub lässt sich die einfarbige Lackierung deutlich interessanter gestalten, ohne dass der Aufwand für eine ganze Flames-of-War-Einheit zu groß wird.

Der folgende Ablauf entspricht der Methode, die ich aktuell für meine panzergrauen deutschen Fahrzeuge verwende. Als Beispiel dient ein Tiger I für die Ostfront 1942.

Panzergrau historisch einordnen

Ab 1940 wurden deutsche Fahrzeuge überwiegend einfarbig in Dunkelgrau lackiert. Der Farbton wurde später als RAL 7021 bezeichnet. Diese Vorgabe blieb bis Februar 1943 maßgeblich, bevor Dunkelgelb als neue Grundfarbe eingeführt wurde. Für viele Fahrzeuge des Frankreichfeldzuges, des Balkanfeldzuges und der frühen Jahre an der Ostfront ist Panzergrau daher eine passende Grundlage.

Wichtig für das Modell: Dunkelgrau sollte im kleinen Maßstab nicht zu dunkel bleiben. Durch eine gezielte Aufhellung von oben und entlang der großen Flächen bleibt das Fahrzeug auch auf dem Spieltisch gut lesbar.

Verwendete Farben und Materialien

  • Panzer Grey – Grundfarbe
  • Grey Primer – Aufhellung mit der Airbrush
  • AMMO MIG Chipping A.MIG-044 – dezentes Chipping
  • Medium Sea Grey – helle Abplatzer und letzte Highlights
  • AMMO MIG Blue for Panzer Grey A.MIG-1006 – Wash
  • Vallejo Panzer Aces 304 Track Primer – Ketten
  • schwarzes Oil Wash – Lüfter und Ketten
  • German Grey – Stahlseile
  • Basalt Grey – erste Highlights
  • weicher Bleistift – blanke Metallflächen der Ketten
  • Model Air Sand Beige – leichter Staub mit der Airbrush

Bemalanleitung

1. Grundfarbe in Panzer Grey

Das komplette Fahrzeug bekommt zunächst eine gleichmäßige Grundfarbe in Panzer Grey. Auf großen, geraden Flächen sollte die Schicht möglichst ruhig und sauber sein, weil die folgenden Aufhellungen direkt darauf aufbauen.

2. Aufhellung mit der Airbrush

Mit Grey Primer wird das Panzer Grey von oben und auf den Mittelpunkten größerer Flächen aufgehellt. Unterseiten, Vertiefungen und die unteren Bereiche des Fahrzeugs bleiben dunkler. So entsteht bereits vor dem Wash mehr Volumen.

3. Decals

Nach den Airbrush-Arbeiten werden die Decals aufgebracht. Balkenkreuze, Fahrzeugnummern und weitere Markierungen brechen die großen grauen Flächen auf und sollten vor den folgenden Alterungsschritten sitzen.

4. Dezentes Chipping

Mit einem kleinen Stück Schwamm wird A.MIG-044 Chipping sehr sparsam auf Kanten, Luken und stärker beanspruchte Stellen aufgetupft. Lieber zu wenig als zu viel: In 15 mm wirken kleine, unregelmäßige Abplatzer überzeugender als große Schadstellen.

Einzelne größere Abplatzer werden anschließend mit Medium Sea Grey leicht abgesetzt. Dadurch entsteht ein zweistufiger Effekt und das Chipping bleibt auch nach dem Wash sichtbar.

5. Wash mit Blue for Panzer Grey

AMMO MIG Blue for Panzer Grey A.MIG-1006 wird für Vertiefungen, Nieten, Luken, Schweißnähte und andere Konturen verwendet. Der leicht bläuliche Ton harmoniert mit der grauen Grundfarbe und betont die Details, ohne das gesamte Modell einfach nur schwarz abzudunkeln.

6. Ketten mit Track Primer

Die Ketten werden mit Vallejo Panzer Aces 304 Track Primer bemalt. Der dunkle braun-metallische Grundton hebt das Laufwerk ausreichend vom grauen Fahrzeug ab.

7. Lüfter und Ketten mit schwarzem Oil Wash

Lüftergitter und Ketten bekommen anschließend ein schwarzes Oil Wash. Bei den Lüftern sorgt es für mehr Tiefe, bei den Ketten für dunkle Zwischenräume und stärkeren Kontrast.

8. Stahlseile

Stahlseile werden mit German Grey bemalt. Damit bleiben sie etwas dunkler als die bereits aufgehellte Fahrzeugoberfläche und setzen sich klar vom Panzergrau ab.

9. Highlights

Kanten und gut sichtbare Details werden zunächst mit Basalt Grey hervorgehoben. Anschließend folgen nur noch an ausgewählten oberen Kanten und Ecken feinere Highlights mit Medium Sea Grey. Gerade bei einer fast einfarbigen Lackierung sind diese letzten Kontraste wichtig.

10. Blankes Metall an den Ketten

Die erhabenen Kontaktflächen der Ketten werden leicht mit einem weichen Bleistift bearbeitet. Das Graphit erzeugt einen feinen metallischen Glanz und stellt blank geriebenes Metall sehr einfach dar.

11. Staub mit der Airbrush

Zum Abschluss wird Model Air Sand Beige sehr dünn mit der Airbrush an die Seiten des Fahrzeugs und rund um das Laufwerk genebelt. Der Effekt bleibt bewusst leicht: Das Panzergrau soll sichtbar bleiben und nur einen trockenen Staubschleier bekommen.

Beispiel: Tiger I, Ostfront 1942

Den vollständigen Baubericht zu diesem Modell findet ihr im Beitrag Flames of War: Tiger I in Panzergrau – Ostfront 1942.

Varianten

Die gleiche Grundbemalung eignet sich auch als Basis für Winterfahrzeuge. Wer den grauen Anstrich anschließend mit Whitewash weiterbearbeiten möchte, findet dazu eine eigene Anleitung auf der Seite Flames of War – Wintertarnung bei Panzern.

Quellen zur historischen Farbgebung

Zur historischen Einordnung der Fahrzeugfarben habe ich die dokumentierten Tarnanweisungen bei Panzerworld sowie die Informationen des Tank Museum herangezogen.

Flames of War – Wintertarnung bei Panzern

Wintertarnung auf 15-mm-Panzern lebt davon, dass sie nicht zu sauber aussieht. Ein feldmäßig aufgebrachter Whitewash war keine perfekte Lackierung, sondern eine temporäre weiße Tarnschicht, die sich durch Regen, Abrieb und die Arbeit der Besatzung wieder löste. Genau dieser ungleichmäßige Charakter funktioniert bei Flames of War besonders gut.

Für 15 mm ist dabei vor allem der Maßstab wichtig: Abplatzer müssen kleiner, Kontraste klarer und die weißen Flächen etwas heller sein als bei großen Plastikmodellen. Ich würde deshalb nicht einfach eine 1:35-Technik verkleinern, sondern bewusst feiner und zurückhaltender arbeiten.

Drei sinnvolle Wege: Ein direktes Whitewash ist schnell und wirkt improvisiert. Washable White oder Chipping Fluid bietet die meiste Kontrolle. Die Salzmethode erzeugt gröbere, zufällige Abplatzer und sollte in 15 mm besonders sparsam eingesetzt werden.

15-mm-Panther mit stark verwitterter Wintertarnung

Vorbereitung: erst der normale Panzer, dann der Winter

Die Wintertarnung kommt nicht direkt auf die Grundierung. Zuerst wird das Fahrzeug vollständig in seiner normalen Tarnung bemalt. Bei einem deutschen Fahrzeug kann das Panzer Grey oder Dunkelgelb mit Tarnfarben sein, bei einem sowjetischen Fahrzeug Grün und bei US-Fahrzeugen Olive Drab.

Decals würde ich ebenfalls vor der Wintertarnung aufbringen. Anschließend schützt eine dünne Schicht Satin- oder Glanzlack die Grundbemalung. Gerade bei Methoden, bei denen das Weiß später wieder mechanisch oder mit Wasser entfernt wird, ist diese Schutzschicht wichtig.

Für 15 mm: Die normale Grundfarbe darf ruhig etwas heller sein als am Original. Ein großer Teil davon wird später durch den Whitewash wieder abgedunkelt oder optisch gebrochen.

Methode 1: direktes Whitewash mit Schwamm oder Pinsel

Die einfachste Methode kommt ohne Chipping Medium aus. Ein älterer Flames-of-War-Ansatz von The Wars of Pooch arbeitet genau so: Das Fahrzeug wird normal bemalt und anschließend mit wenig weißer Farbe auf einem Stück Schaumstoff betupft. Das Weiß wird nicht gestrichen, sondern unregelmäßig aufgestempelt, sodass die Grundfarbe zwischen den weißen Flächen sichtbar bleibt.

Step 1: Fahrzeug komplett bemalen und versiegeln.

Step 2: Off-White oder White nur sehr sparsam auf ein kleines Stück Blisterschaum aufnehmen und fast vollständig auf Küchenpapier abtupfen.

Step 3: Die Farbe auf Wanne und Turm auftupfen. Nicht gleichmäßig arbeiten und an einigen Stellen die Grundfarbe bewusst stehen lassen.

Step 4: Kanten, Luken und Bereiche mit viel Besatzungskontakt stärker abnutzen. Wenn zu viel Weiß aufgetragen wurde, kann die Grundfarbe mit einem feinen Schwamm oder Pinsel wieder zurückgetupft werden.

Step 5: Mit einem sehr dünnen Wash Details zurückholen und danach Schmutz und Matsch ergänzen.

Diese Methode ist besonders gut, wenn mehrere Panzer zügig für eine Kompanie bemalt werden sollen. Sie wirkt etwas gröber als echtes Chipping, passt aber gut zu einem schnell und ungleichmäßig aufgetragenen Feldanstrich.

Step-für-Step-Beispiel: The Wars of Pooch – How to Winterwash

Methode 2: Washable White oder Chipping Fluid

Für 15 mm ist diese Methode am kontrollierbarsten. Spanish Lead Painting zeigt sie an echten 1:100-Panzer II: Auf Panzer Grey kam Chipping Fluid, darüber die weiße Deckfarbe. Mit Wasser und Pinsel wurde das Weiß anschließend wieder partiell gelöst. Danach folgten Filter, Pin-Wash, Staub und Matsch.

15-mm-Panzer II mit Whitewash
15-mm-Panzer II mit gechipptem Whitewash

Eigene 15-mm-Beispiele mit stark verwitterter Wintertarnung: Beim Jagdtiger ist die ursprüngliche Tarnfarbe an Kanten und beanspruchten Flächen deutlich wieder sichtbar, während der Wirbelwind einen insgesamt geschlosseneren, aber ebenfalls unregelmäßig abgenutzten Whitewash zeigt.

Step 1: Grundtarnung, Details und Decals fertigstellen.

Step 2: Mit Satinlack schützen und vollständig trocknen lassen.

Step 3: Eine dünne Schicht Chipping Fluid auftragen. Alternativ kann direkt ein spezielles Washable White verwendet werden.

Step 4: Eine dünne, ungleichmäßige Schicht gebrochenes Weiß aufbringen. Nicht alle Flächen gleich stark decken.

Step 5: Flächen einzeln mit Wasser anfeuchten und mit einem kleinen Pinsel die weiße Farbe lösen. In 15 mm lieber viele kleine Abplatzer als wenige große Flächen erzeugen.

Step 6: Luken, Kanten, Trittflächen und Wartungsbereiche stärker abnutzen. Große ruhige Panzerplatten bleiben etwas geschlossener.

Step 7: Wieder versiegeln und erst danach mit Washes, Filtern, Streaking und Matsch weiterarbeiten.

Bei Washable White gilt: Je länger die weiße Farbe trocknet, desto schwerer lässt sie sich wieder aktivieren. Für 15 mm ist das sogar nützlich, weil dadurch kleinere, feinere Abplatzer entstehen. Genau auf diesen Punkt weist Rubén Torregrosa in seinem Whitewash-Tutorial hin.

15-mm-Beispiel: Spanish Lead Painting – Panzer II Whitewashed

Methode 3: Salzmethode

Bei der Salzmethode wird das Salz als unregelmäßige Maske verwendet. Sie erzeugt zufällige Abplatzer und ist deshalb sehr wirkungsvoll, aber im Maßstab 15 mm auch am leichtesten zu übertreiben.

Step 1: Grundtarnung fertigstellen und mit Klarlack schützen.

Step 2: Nur einzelne Bereiche leicht mit Wasser anfeuchten.

Step 3: Sehr feines Salz sparsam aufbringen. Grobes Meersalz ist für 15 mm meist zu groß.

Step 4: Eine sehr dünne weiße Deckschicht aufnebeln.

Step 5: Nach dem Trocknen das Salz vorsichtig mit einem alten Pinsel entfernen.

Step 6: Zu harte Übergänge mit sehr dünnem Whitewash, Filter oder einem zweiten feinen Chipping-Durchgang verbinden.

Für 15 mm würde ich Salz nur an wenigen Stellen einsetzen: auf Turmdach, Motordeck, oberen Kanten und größeren Flächen. Ein komplett mit Salz maskierter Panzer wirkt in diesem Maßstab schnell wie ein Tarnmuster aus dunklen Flecken.

Ein wirklich sauber dokumentiertes 15-mm-Foto-Tutorial zur Salzmethode ist deutlich seltener als bei großen Modellbaumaßstäben. Deshalb verwende ich hier bewusst keine 1:35-Bilder als vermeintliches 15-mm-Beispiel. Die Technik selbst ist aber identisch; nur Korngröße und Menge müssen deutlich reduziert werden.

Welche Methode eignet sich für Flames of War?

MethodeWirkungAufwand15-mm-Eignung
Schwamm / direktes Whitewashrau, feldmäßig, schnellgeringsehr gut für ganze Kompanien
Washable White / Chipping Fluidkontrolliert, realistisch verwittertmittelmeine bevorzugte Methode
Salzzufällig, deutlich abgeplatztmittelgut, aber nur mit sehr feinem Salz

Weathering nach der weißen Tarnung

Erst wenn der Whitewash fertig und wieder versiegelt ist, würde ich die eigentliche Alterung beginnen. Ein kontrolliertes Pin-Wash holt Nieten, Luken und Fugen zurück. Auf weißen Flächen wirken blau-schwarze oder dunkelgraue Töne häufig natürlicher als ein tiefes Schwarz.

Der hochgeladene Panzer-Modell-Bemalungsguide beschreibt für Wintertarnung ebenfalls ein gedämpftes Weiß, das anschließend partiell wieder angelöst und abgetragen wird. Für die abschließende Alterung werden unter anderem indigoblaue beziehungsweise blau-schwarze Töne genutzt, um den kalten Eindruck der Tarnung zu erhalten.

Danach folgen Schlamm und Schmutz. Gerade Winterfahrzeuge sollten nicht einfach nur weiß sein. Tauwetter, nasse Erde und Schneematsch sammeln sich stark am Laufwerk, an der unteren Wanne und hinter den Ketten.

15-mm-Sd.Kfz. 251 mit weißer Wintertarnung und Besatzung

Beim offenen Sd.Kfz. 251 sieht man gut, wie Whitewash, dunkles Laufwerk, Schmutz und Besatzung zusammenwirken. Gerade an Kanten, Seitenteilen und Kontaktflächen darf die Grundfarbe wieder stärker hervortreten.

Videos zu den Techniken

15 mm – Flames of War Panther D: OnTableTop zeigt den kompletten Farbaufbau eines Battlefront-Panthers in 15 mm. Das Video ist kein reines Wintertarn-Tutorial, zeigt aber sehr gut, wie die Grundtarnung für ein späteres Whitewash aufgebaut werden kann.

YouTube: World War 2 German Panther D Painting Tutorial – Flames of War

Whitewash und Chipping: Panzermeister36 zeigt das Auftragen, Abplatzen und weitere Weathering einer Wintertarnung mit Washable White und Heavy Chipping Fluid. Das Modell ist größer als 15 mm, die Arbeitsschritte lassen sich aber direkt übertragen; bei 15 mm müssen die Effekte nur feiner ausfallen.

YouTube: Painting and Weathering a Winter Whitewash – Part 2

Untergrund vor dem Whitewash: Im ersten Teil der gleichen Serie werden Filter, Chipping und Streaking auf der eigentlichen Panzerfarbe vorbereitet. Für eine aufwendigere Winterbemalung ist das eine gute Ergänzung.

YouTube: Basic Weathering on a Panzer Grey Finish – Winter Effects Part 1

Mein Ablauf für 15-mm-Panzer

  1. Panzer normal bemalen.
  2. Decals aufbringen.
  3. Mit Satinlack versiegeln.
  4. Chipping Fluid oder Washable White verwenden.
  5. Gebrochenes Weiß dünn und ungleichmäßig auftragen.
  6. Mit Wasser und kleinem Pinsel kontrolliert wieder abtragen.
  7. Besonders an Luken, Kanten und Trittflächen stärker chippen.
  8. Whitewash erneut versiegeln.
  9. Pin-Wash und leichte Filter aufbringen.
  10. Matsch und Schneematsch am Laufwerk ergänzen.
  11. Nur sehr sparsam zusätzlichen Schnee auf horizontalen Flächen darstellen.

Für eine komplette Flames-of-War-Einheit würde ich die Intensität von Fahrzeug zu Fahrzeug leicht verändern. Ein Panzer kann fast vollständig weiß sein, ein anderer deutlich stärker abgerieben. Dadurch bleibt die Einheit zusammengehörig, wirkt aber nicht wie eine Serie identisch lackierter Modelle.

Quellen und Beispiele

Die Bilder auf dieser Seite zeigen eigene 15-mm-Modelle. Für die technischen Abläufe und ergänzenden Beispiele habe ich vor allem Spanish Lead Painting und die Poochie-Whitewash-Methode herangezogen. Ergänzend verlinkt die Seite mehrere Video-Tutorials zur Umsetzung der Techniken.

Flames of War: First to Fight – polnische Streitkräfte 1939

Mit First to Fight – Polish Forces 1939 erweitert Battlefront den Early War um eine eigenständige polnische Armee. Das 46-seitige Heft verbindet historischen Hintergrund, Sonderregeln, vier Formationen, zahlreiche Unterstützungseinheiten, Bemalhinweise und einen Modellkatalog.

First to Fight bringt Polen als vielseitige Early-War-Armee auf den Spieltisch. Bild: Battlefront Miniatures

Die Neuheiten selbst habe ich bereits in meiner Übersicht „Flames of War: Neue Produkte erhältlich“ vorgestellt. Hier geht es deshalb genauer darum, welche Armeen sich aus dem Heft bauen lassen und was die Polen spielerisch besonders macht.

Vier Formationen – vier Spielstile

7TP und motorisierte Kavallerie

Die 7TP jw Tank Company ist eine kompakte und bewegliche Panzerformation. Der neue Kunststoffbausatz kann als ein- oder doppeltürmige Variante gebaut werden. Die Motorised Cavalry Squadron kombiniert erfahrene Infanterie, Panzerabwehrkanonen und Motorradaufklärer mit TKS-Tanketten oder 7TP-Panzern.

Bild: Battlefront Miniatures

Infanterie und Kavallerieregiment

Die Rifle Company stellt eine große Infanterieformation mit Maschinengewehren, Mörsern, Infanteriegeschützen, Panzerabwehr und Aufklärung. Das Cavalry Regiment bringt mehrere Schwadronen, Späher und Artillerie mit; als Verstärkung stehen TKS-Tanketten oder wz.34-Panzerspähwagen bereit.

Bild: Battlefront Miniatures

Die Kavallerie ist nicht nur ein historischer Blickfang, sondern eine vollwertige Formation. Bild: Battlefront Miniatures

Unterstützung vom Renault FT bis zum Panzerzug

Bei der Unterstützung wird die Liste besonders abwechslungsreich. Neben 7TP dw, TKS und wz.34 stehen ältere Renault FT sowie die kurz vor dem Krieg beschafften Renault R35 zur Verfügung. Dazu kommen 37-mm-Panzerabwehrkanonen, 40-mm-Bofors-Flak, Mörser sowie 75-, 76- und 100-mm-Artillerie.

Eine Armee mit eigenem Gesicht

Moderne polnische Eigenentwicklungen stehen neben Fahrzeugen aus dem Ersten Weltkrieg. Das ergibt nicht nur eine ungewöhnliche Miniaturensammlung, sondern auch viele Möglichkeiten zwischen beweglicher Panzertruppe, großer Infanterieformation und gemischten Verbänden.

Bild: Battlefront Miniatures

Der Armoured Train

Der auffälligste Unterstützungseintrag besteht aus Lokomotive, Artilleriewagen, Sturmwagen, einem Schienenfahrzeugzug mit Renault FT und TKS sowie Infanterie für den Sturmwagen. Die benötigten Regeln befinden sich laut Battlefront vollständig im Heft.

Bild: Battlefront Miniatures

Den vollständigen Überblick findet ihr im offiziellen Beitrag First to Fight, Polish Forces 1939 – Spotlight. Zu einem besonders ungewöhnlichen Teil der Armee gibt es außerdem meinen Beitrag über die polnischen Panzerzüge von 1939.

Flames of War: Polnische Panzerzüge 1939

First to Fight – Polish Forces 1939 rückt die polnischen Streitkräfte des frühen Zweiten Weltkriegs wieder in den Vordergrund. Ergänzend zu den neuen Formationen lohnt sich ein Blick auf ihren ungewöhnlichsten Unterstützungsverband: die polnischen Panzerzüge.

Ein polnischer Panzerzug bildet einen auffälligen Mittelpunkt für Armee und Szenario. Bild: Battlefront Miniatures

Zehn Züge im September 1939

Polen setzte Panzerzüge bereits in den Grenzkriegen nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit ein. Nach dem Ende dieser Kämpfe blieben die modernsten Fahrzeuge im Dienst. Bei Kriegsbeginn 1939 verfügte die polnische Armee laut Battlefront über zwei Panzerzugabteilungen mit jeweils fünf Zügen.

  • Die 1. Panzerzugabteilung war in Legionowo stationiert und führte die Züge 11 bis 15.
  • Die 2. Panzerzugabteilung aus Niepołomice setzte die Züge 51 bis 55 ein.

Die zehn einsatzbereiten Panzerzüge und ihre Zuordnung. Grafik: Battlefront Miniatures

Die Züge wurden anderen Verbänden zugeteilt, patrouillierten entlang der Bahnlinien, unterstützten mit ihrer Artillerie und deckten Rückzüge. Sie waren damit keine losgelösten Eisenbahnfestungen, sondern bewegliche Unterstützungsverbände, deren Möglichkeiten stark vom vorhandenen Schienennetz abhingen.

Śmiały und Piłsudczyk

Zwei bekannte Einsatzgeschichten

Battlefront nennt besonders Panzerzug Nr. 53 Śmiały und Nr. 52 Piłsudczyk. Śmiały unterstützte am ersten Tag des deutschen Angriffs die Wołyńska-Kavalleriebrigade bei Mokra gegen die 4. Panzer-Division. Anschließend zogen sich beide Züge in Richtung Warschau zurück und gerieten erneut in Kämpfe mit deutschen Panzerverbänden.

Bild: Battlefront Miniatures

Später beteiligten sich beide an der Verteidigung der Festung Brest. Nach deren Fall entkamen sie zunächst, wurden schließlich aber bei Lemberg von der Roten Armee erbeutet. Gerade diese wechselvolle Geschichte bietet viel Stoff für Kampagnen und miteinander verbundene Szenarien.

Auf dem Spieltisch

Mehr als nur ein großes Modell

Ein Panzerzug eignet sich als Artillerieunterstützung, als auffälliges Missionsziel oder als Mittelpunkt eines Rückzugsgefechts. Besonders reizvoll ist ein Tisch mit Bahnlinie, Bahnhof, zerstörten Gleisen und einem Ziel, das der Zug erreichen oder verteidigen muss.

Bild: Battlefront Miniatures

Weitere Hintergründe findet ihr im Battlefront-Archiv bei Armoured Train Locomotive (PBX08) und im Beitrag Polish Armoured Trains in World War II.

Flames of War: Ardennen Kampagne

Aktueller Stand Runde 3

In der Morgendämmerung tritt eine gemischte Kampfgruppe aus dem Süden Bastognes an, um die 4th Armored Division zurückzuschlagen. Die US Truppen erleiden schwere Verluste und ziehen sich nach Vaux zurück. Dadurch wird das nach Hompre vorgerückte Combat Command R abgeschnitten. In den Mittagstunden gelingt den in Fraiture eingeschlossenen US Verbänden der Ausbruch nach Westen. Sie zerschlagen eine deutsche Artillerieeinheit und nehmen Manhay (10 Siegpunkte). Ein britischer Angriff auf Marche scheitert, die dort stehenden Einheiten der Panzerlehr Division und der 26. Volksgrenadiere erleiden jedoch schwerste Verluste.

  • BA 1 – Angriff Wehrmacht, Bastogne Süd nach Villeroux Sieg Wehrmacht FSU 4.CCB zerschlagen
  • BA 2 – Angriff Alliierte, Fraiture nach Manhay Sieg Alliierte FSU Ari 1560 zerschlagen
  • BA 3 – Angriff Alliierte, Hogne nach Marche Sieg Wehrmacht FSU: 29.B, Pz 902 und Ari 26 zerschlagen
  • BA 4 – Angriff Alliierte, Libramont nach Bonnerue FSU: 9.AD und 28.ID gegen Inf. 78 und SS-Ari 9 Modifikatoren: Alliierte +25%, Wehrmacht +25%
  • BA 5 – Angriff Wehrmacht, Samrée nach Champlon FSU: 2.SS Pz und SS PzGren 4 gegen Taskforce Hogan und 9.Tactical Air Command Modifikatoren: Wehrmacht +30%, Alliierte: +20 (out of Supply, Flussverteidigung) Dämmerung

Battlefront: Made to Order im September 2026

Battlefront setzt das Made-to-Order-Programm im September 2026 fort. Dabei kehren ältere Artikel für einen begrenzten Zeitraum in die Fertigung zurück. Diesmal richtet sich die Aktion vor allem an Spieler, die vorbereitete Stellungen und Missionsziele mit passenden Geländeteilen darstellen möchten.

Dug In Marker machen eingegrabene Einheiten auf dem Spieltisch sofort erkennbar. Bild: Battlefront Miniatures

Dug In Markers

Bei den Dug In Markers werden sowohl Log Emplacements als auch Sandbags angeboten. Damit lassen sich vorbereitete Infanteriestellungen deutlich schöner markieren als mit einem einfachen Pappmarker. Durch die flache Form bleiben die Positionen auch dann praktisch, wenn eine Einheit direkt darüber oder daneben stehen muss.

Gun Pits

Stellungen für Geschütze

Auch die Gun Pits gibt es als Holz- und Sandsackstellung. Sie rahmen Panzerabwehrkanonen, Artillerie oder Flak sichtbar ein und passen besonders gut zu Missionen mit vorbereiteten Verteidigern.

Bild: Battlefront Miniatures

Vielseitig bemalbar

Solche Geländestücke sind für mich vor allem deshalb interessant, weil sie nicht an eine einzelne Nation gebunden sind. Holzstellungen und Sandsäcke funktionieren mit einer passenden Bemalung in zahlreichen Armeen und Epochen. Eine erdige Grundfarbe, Wash, trocken gebürstete Kanten und etwas Gras oder Schlamm reichen meist schon aus, damit die Marker zum restlichen Spieltisch passen.

Bestellzeitraum und Händler

Laut Battlefront läuft die Aktion von Samstag, 5. September, bis Freitag, 1. Oktober 2026. Die Bestellung erfolgt über teilnehmende Händler. Für Deutschland nennt Battlefront in der europäischen Liste Fantasywelt und Frontline Games.

Made to Order bedeutet, dass die Artikel nur innerhalb dieses Zeitfensters bestellt und anschließend für die eingegangenen Bestellungen produziert werden. Preise, Lieferzeiten und tatsächliche Verfügbarkeit können je Händler abweichen.

Die vollständige Händlerliste und die offizielle Ankündigung findet ihr bei Battlefront: September “Made to Order” Range Announced.

Flames of War: Neue Produkte erhältlich

Für die polnischen Streitkräfte des frühen Zweiten Weltkriegs sind zwei weitere Battlefront-Bausätze neu gelistet: kleine TKS-Tanketten und gepanzerte Spähwagen vom Typ wz. 34. Beide Sets sind ausdrücklich für 15-mm-Spiele ausgelegt.

Battlefront PL010 TKS Tankette Platoon

TKS Tankette Platoon (Polish)(EW)

Produktcode: PL010
Preis: 31,50 €
Händler: Frontline Games

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Battlefront PL300 Wz. 34 Armoured Car Platoon

Wz. 34 Armoured Car Platoon (Polish)(EW)

Produktcode: PL300
Preis: 27,00 €
Händler: Frontline Games

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