Der FV510 Warrior entstand aus der britischen Forderung nach einem neuen Schützenpanzer, der die veralteten Fahrzeuge der FV430-Familie ersetzen und mit modernen Kampfpanzern Schritt halten sollte. Das Entwicklungsprogramm begann 1972 unter der Bezeichnung MCV-80; GKN Sankey wurde 1976 als Hauptauftragnehmer ausgewählt.
Vom MCV-80 zum FV510
Zwölf Prototypen durchliefen umfangreiche Erprobungen. 1984 wurde das Fahrzeug während Exercise Lionheart gemeinsam mit Challenger-1-Panzern getestet. Nach Abschluss der Entwicklung begann Ende 1986 die Auslieferung an die britische Armee.
Warrior als Begleiter britischer Kampfpanzer
Mobilität, Schutz für eine vollständige Infanteriegruppe und eine 30-mm-Kanone gehörten zu den zentralen Anforderungen.
Der Warrior erhielt den 30-mm-RARDEN-Automatkanonenturm, Aluminiumpanzerung und Platz für sieben Infanteristen. Anders als Bradley und BMP-2 besitzt er keine Schießluken im Heck und ab Werk keinen fest eingebauten Panzerabwehrlenkflugkörper; ein Milan-Team der abgesessenen Infanterie kann jedoch vom Fahrzeug aus eingesetzt werden.
FV510 Warrior
Der Fahrzeugrumpf wurde außerdem für Führungs-, Sanitäts-, Beobachtungs-, Pionier- und Panzerabwehrvarianten genutzt.
Einsatzerfahrung und Schutzpakete
Seinen Kampfeinstand hatte der Warrior im Golfkrieg. Vor dem Einsatz erhielt er eine Zusatzpanzerung. Spätere Erfahrungen im Irak führten zum Schutzpaket WRAP2 mit zusätzlicher Panzerung und Käfigelementen gegen Hohlladungen.
Der Warrior in Team Yankee
Die 30-mm-RARDEN-Kanone hat AT 10, Firepower 5+ und ROF 3/2 sowie Anti-helicopter und Sneak and Peek.
Das Basismodell besitzt Front 3, Seite 2 und Top 1.
Die aufgerüstete Variante steigt auf Front 5 und Seite 3 und erhält Appliqué Armour.
WRAP2 erreicht Front 7 und Seite 5; Dorchester Armour ersetzt die Appliqué-Regel.
Eine Anti-Tank Section tauscht Transportkapazität gegen Milan- oder Milan-2-Lenkflugkörper.
Warrior-Varianten im Spiel
Die neuen Schutzpakete geben dem Warrior auf dem Spielfeld deutlich mehr Durchhaltevermögen.
Letzte Woche habe ich das Technikmuseum in Speyer besucht und ein paar schöne Aufnahmen gemacht. Bzgl. militärischem Gerät sind dort primär Flugzeuge zu finden, sowie 3 Hubschrauber und 3 Uboote (Klasse 205, sowie Kleinst-Uboote aus dem WW2). An Fahrzeugen war nur der bekannte Bergepanzer M32 auf Basis der Shermans vor Ort (hier hatte ich noch 2-3 mehr Exponate mir erwünscht). Die wenigen Fahrzeuge sind vermutlich auf die Kooperation mit Sinsheim zurück zu führen, wo der Fokus deutlich mehr auf den Fahrzeugen liegt.
Sehr beeindruckt hat mich der Innenraum der AN-22, die großen Dampflokomotiven und die Halle zum Thema Raumfahrt mit einem Stein vom Mond.
Dennoch hier ein paar Fotos aus dem Museum (auch die der nicht militärischen Exponate):
Am 16. Dezember 1944 begann die deutsche Ardennenoffensive, die unter dem Decknamen „Wacht am Rhein“ vorbereitet worden war. Mit dem Angriff in Belgien und Luxemburg sollte die alliierte Front gespalten und der Hafen von Antwerpen erreicht werden. Die Offensive scheiterte und erschöpfte weitere deutsche Reserven.
Angriffsplan und erste Kämpfe
Deutsche Panzer- und Infanterieverbände griffen in schwierigem Wald- und Hügelland an. Nebel und schlechtes Wetter erschwerten zunächst den Einsatz alliierter Luftstreitkräfte. Trotz örtlicher Durchbrüche hielten amerikanische Einheiten mehrere wichtige Verkehrsknotenpunkte. Die Kämpfe um Bastogne wurden zu einem Symbol des Widerstands.
Versorgung und Scheitern
Der Operationsplan verlangte rasche Vorstöße auf engen Straßen. Treibstoffmangel, Nachschubprobleme, gesprengte Brücken und die alliierte Gegenwehr behinderten den Vormarsch. Mit der Wetterbesserung konnten die Alliierten ihre Luftüberlegenheit stärker einsetzen. Bis Januar 1945 wurde der deutsche Angriff zurückgeworfen.
Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Streitkräfte in der Normandie. Der D-Day leitete die amphibische Phase der Operation Overlord und die Befreiung des besetzten Westeuropas ein. Der militärische Erfolg beruhte auf der Zusammenarbeit von Land-, See- und Luftstreitkräften sowie einer umfangreichen Versorgung und Planung.
Die Landung am 6. Juni 1944
Die fünf Landungsstrände trugen die Codenamen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword. Amerikanische, britische und kanadische Verbände gingen an Land; weitere alliierte Truppen waren an der Operation beteiligt. Luftlandeoperationen sicherten wichtige Verkehrswege und Zugänge im Hinterland, während Marineartillerie und Luftstreitkräfte die Landung unterstützten.
Die Schlacht um die Normandie
Mit der Landung war die Schlacht nicht entschieden. Deutsche Verteidigungsstellungen, Artillerie, Minen und das schwer zugängliche Bocage-Gelände verlangsamten den Vormarsch. Die Alliierten mussten ihre Brückenköpfe verbinden, Nachschub heranführen und die Widerstandszentren im Hinterland überwinden. Erst die folgenden Offensiven führten zum Ausbruch aus der Normandie.
Historische Tabletop-Szenarien
Für historische Tabletop-Szenarien bieten sich die Landung an der Küste, Luftlandeoperationen, die Sicherung von Brücken sowie die Gefechte zwischen Hecken und Dörfern an. Neben Infanterie und Panzern spielten Pioniere, Artillerie, Transport und Nachschub eine wichtige Rolle. Die Darstellung des Krieges im Hobby erfordert eine klare Abgrenzung von der Ideologie und den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes.
US-Truppen landen am 06. Juni 1944 am Omaha Beach. Der D-Day war der Beginn der alliierten Landung in der Normandie.
In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1943 begannen die alliierten Landungen auf Sizilien. Bis zum 17. August dauerte der Feldzug auf der Insel. Die unter dem Decknamen Operation Husky geführte Invasion bildete den Auftakt zum alliierten Vormarsch nach Italien. Italienische Verteidiger und deutsche mobile Verbände versuchten, die Landungsköpfe zu bekämpfen und verzögerten anschließend den Vormarsch über die Insel.
Mit der Landung auf Sizilien begann für die Alliierten im Juli 1943 der nächste Schritt nach dem Ende des Tunesienfeldzuges. Operation Husky sollte den Weg nach Italien öffnen, die Achsenmächte im Mittelmeer weiter unter Druck setzen und Italien aus dem Krieg drängen.
Die Verteidigung der Insel lag zunächst vor allem bei italienischen Verbänden. Diese waren unterschiedlich ausgerüstet und ausgebildet, konnten den alliierten Landungen an vielen Stellen aber nur begrenzt etwas entgegensetzen. Dennoch gab es auch italienische Einheiten, die sich in den Kämpfen engagiert einsetzten und gemeinsam mit deutschen Verbänden Gegenangriffe führten.
Die deutschen Kräfte auf Sizilien waren vor allem als mobile Reserve wichtig. Besonders um Gela kam es zu Gegenangriffen, bei denen deutsche und italienische Truppen versuchten, die amerikanischen Landungsköpfe wieder zurückzudrängen. Die Angriffe konnten die Landung nicht mehr verhindern, sorgten aber dafür, dass die Kämpfe auf Sizilien deutlich härter verliefen als ein reiner Vormarsch der Alliierten.
Im weiteren Verlauf zogen sich die Achsenmächte schrittweise in Richtung der Ätna-Linie und später nach Messina zurück. Das bergige Gelände, enge Straßen, vorbereitete Verteidigungsstellungen sowie Sprengungen und Minenfelder verlangsamten den Vormarsch der Alliierten erheblich. Am Ende gelang es, einen großen Teil der deutschen und italienischen Truppen über die Straße von Messina auf das italienische Festland zurückzuführen.
Bedeutung für Flames of War
Für Flames of War bietet die neue Ergänzung die Möglichkeit, deutsche und italienische Mid-War-Streitkräfte mit einem klaren Bezug zu den Kämpfen auf Sizilien aufzustellen. Gerade für bestehende deutsche oder italienische Armeen ergibt sich damit eine gute Grundlage für thematische Listen, einzelne Szenarien oder eine kleinere Kampagne rund um die Landung bei Gela, die Kämpfe im Inselinneren oder den Rückzug nach Messina.
Interessant ist dabei vor allem die Kombination aus italienischen Verteidigern und deutschen mobilen Kräften. Damit lassen sich nicht nur klassische deutsche Formationen spielen, sondern auch gemischte Achsenaufstellungen mit einem deutlichen historischen Bezug. Für den historischen Ablauf siehe auch U.S. Naval History and Heritage Command – Operation Husky.
Operation Husky – deutsche und italienische Streitkräfte
Battlefront-Ergänzung zu den deutschen und italienischen Streitkräften auf Sizilien 1943.
Nach dem deutschen und sowjetischen Angriff im September 1939 verließen mehr als 120.000 polnische Soldaten ihr Land über Rumänien und andere Fluchtrouten. Aus ihnen entstanden Exilverbände, die später in Norwegen, Frankreich, Nordafrika, Italien und Westeuropa kämpften.
Polnische Soldaten formierten sich außerhalb des besetzten Landes neu.
Die Evakuierung über den sogenannten rumänischen Brückenkopf schuf die Grundlage für spätere Exilverbände. Bild: Battlefront Miniatures.
Narvik und Frankreich 1940
Bei Narvik griff die Polnische Unabhängige Hochlandbrigade deutsche Gebirgsjäger in den Bergen an und deckte später den alliierten Rückzug. In Frankreich wurden vier Infanteriedivisionen und zwei selbstständige Brigaden aufgestellt. Die 1. Grenadierdivision hielt im Saarland ihre Stellungen, während die 2. Schützendivision schließlich in die Schweiz auswich und interniert wurde.
Besonders bekannt wurde die 10. Panzerbrigade unter Stanisław Maczek. Sie deckte französische Rückzüge, kämpfte bei Montbard und rettete trotz hoher Verluste einen Kern nach Großbritannien. Aus diesen Soldaten entstand später die 1. Polnische Panzerdivision.
Polnische Verbände kämpften 1940 in Frankreich.
Ein Teil der Soldaten gelangte nach der Niederlage nach Großbritannien und bildete dort neue Einheiten. Bild: Battlefront Miniatures.
Tobruk und Nordafrika
Die Polnische Unabhängige Karpaten-Schützenbrigade traf im August 1941 in Tobruk ein. Sie übernahm den schwierigen Abschnitt am Medauar-Hügel, führte Nachtangriffe und hielt das Gelände bis zur Operation Crusader. Beim Ausbruch aus Tobruk und den Kämpfen um El Duda unterstützten polnische Infanterie und Artillerie die britische 8. Armee.
Polnische Exiltruppen kämpften auch in Nordafrika.
Die Karpaten-Schützenbrigade beteiligte sich an der Verteidigung und am Ausbruch aus Tobruk. Bild: Battlefront Miniatures.
Anders-Armee und polnische Verbände in der Sowjetunion
Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurden viele zuvor deportierte Polen freigelassen. Unter Władysław Anders entstand eine polnische Armee, die über den Nahen Osten zu den Westalliierten gelangte und später als 2. Polnisches Korps in Italien kämpfte. Andere Soldaten blieben unter sowjetischer Führung; daraus entwickelten sich Verbände der späteren Polnischen Volksarmee.
Die polnischen Streitkräfte blieben politisch und militärisch geteilt.
Westlich orientierte Verbände und unter sowjetischer Führung gebildete Armeen kämpften auf verschiedenen Wegen gegen Deutschland. Bild: Battlefront Miniatures.
Einsatz in vielen Kriegsschauplätzen
Die polnischen Exilverbände entstanden trotz Besatzung, Deportationen und wiederholter Evakuierungen immer neu. Ihre Angehörigen kämpften vom Nordkap bis nach Nordafrika und kehrten mit den Alliierten nach Italien und Westeuropa zurück.
Die 6. Südafrikanische Panzerdivision wurde am 1. Februar 1943 aus Freiwilligen und Veteranen früherer südafrikanischer Divisionen aufgestellt. Unter Generalmajor W. H. E. Poole kämpfte sie von Cassino über Florenz und die Apenninen bis in die Po-Ebene.
Der Weg der 6. Südafrikanischen Panzerdivision durch Italien.
Die Karte fasst die wichtigsten Etappen vom Raum Cassino bis Treviso zusammen. Bild: Battlefront Miniatures.
Schneller Vormarsch nach Rom
Nach der alliierten Öffnung der Hitler-Linie wurde die Division dem I. Kanadischen Korps unterstellt und anschließend Teil des britischen III. Korps. Im Juni 1944 durchbrach die 11. Südafrikanische Panzerbrigade eine starke Panzerabwehrstellung bei Celleno; innerhalb von zehn Tagen legte der Verband rund 121 Kilometer bis Orvieto zurück.
Trasimene-Linie und Florenz
Bei Chiusi traf die Division auf hartnäckigen Widerstand der Fallschirmpanzerdivision Hermann Göring. Nach dem Durchbruch durch die Trasimene-Linie kämpfte sie gemeinsam mit britischen und neuseeländischen Verbänden weiter nach Norden. Nach schweren Kämpfen Ende Juli erreichten südafrikanische Truppen Anfang August 1944 Florenz. Teile der Division gehörten zu den ersten alliierten Verbänden, die am 4. August in die Stadt eindrangen.
Gotenstellung und Frühjahrsoffensive
Ab September 1944 führte die Route 64 in die Apenninen. Zerstörte Brücken, enge Straßen und Herbstregen verlangsamten jede Bewegung. Die Division nahm unter hohen Anstrengungen mehrere Höhenzüge, wurde dann über den Winter aufgefüllt und griff im April 1945 Monte Sole und Monte Caprara an. Anschließend stieß sie durch die Po-Ebene vor, bis die deutschen Kräfte in Italien kapitulierten.
Lokaler Download
6. Südafrikanische Panzerdivision
Historischer Hintergrund zur 6. Südafrikanischen Panzerdivision in Italien.
Die 5. Gebirgsdivision gehörte zu den Gebirgsverbänden der deutschen Wehrmacht. Ihre Einsätze führten sie vom Balkan über Kreta und die Ostfront bis nach Italien. Der Artikel fasst die Stationen der Division zusammen und enthält ein historisches PDF-Briefing zum Italienfeldzug.
Aufstellung und frühe Einsätze
Die 5. Gebirgsdivision wurde am 25. Oktober 1940 im Wehrkreis XVIII aufgestellt. Zu ihren Stammverbänden gehörten das Gebirgsjäger-Regiment 100 aus der 1. Gebirgsdivision sowie das aus dem Infanterie-Regiment 85 der 10. Infanteriedivision hervorgegangene Gebirgsjäger-Regiment 85. Ihre ersten Einsätze führten sie 1941 auf den Balkan, nach Griechenland und Kreta. Anschließend kämpfte die Division an der Ostfront, bevor sie Ende 1943 nach Italien verlegt wurde.
Italienfeldzug
Dort war sie unter anderem an den Kämpfen entlang der Gustav-Linie beteiligt. Zu ihren Einsatzgebieten gehörten der Rapido, Monte Cifalco und der Raum um Monte Cassino. Nach dem alliierten Durchbruch folgte der Rückzug nach Norden bis zur Gotenstellung.
Historischer Hintergrund für Tabletop
Für historische Tabletop-Armeen zum Italienfeldzug bieten die Gebirgsjäger, ihre leichte Artillerie und die an schwieriges Gelände angepasste Ausrüstung einen passenden Hintergrund. Das eingebundene PDF ergänzt die kurze Übersicht um weitere Einzelheiten. Historische Einordnung und Aufstellung: Lexikon der Wehrmacht – 5. Gebirgsdivision.
5. Gebirgsdivision
Historischer Hintergrund und Briefing zur 5. Gebirgsdivision mit ihren Einsätzen und dem Italienfeldzug.
Evolution der sovjetischen Panzer vor und im Zweiten Weltkrieg.
Die sowjetische Panzerentwicklung reicht von frühen Zwischenkriegsfahrzeugen wie dem T-26 bis zu schweren Panzern der IS-Familie. Die Übersicht zeigt Entwicklungslinien leichter, mittlerer und schwerer Panzer sowie darauf aufbauender Selbstfahrlafetten. Weitere Hintergründe: T-34 und sowjetische Panzerjäger.
Die Entwicklungslinien im Überblick
Wenn man sich das Bild in Ruhe anschaut, erkennt man grob drei „Linien“: leichte Aufklärer, das Rückgrat der mittleren Panzer und die schweren Brecheisen samt Sturmgeschützen.
Frühe leichte und schnelle Panzer
Ganz oben links fängt alles mit dem T-26 und den BT-Panzern an. Das sind typische Zwischenkriegs-Konstruktionen mit vielen Nieten, dünner Panzerung und dafür ordentlich Geschwindigkeit. T-26 und BT waren eigenständige Entwicklungslinien. Die mehrtürmigen T-28 und T-35 entstanden aus anderen Konzepten der Zwischenkriegszeit; sie waren keine direkten Weiterentwicklungen von T-26 oder BT. Man sieht schön, wie die Idee „mehr Türme hilft mehr“ irgendwann zugunsten besserer Panzerung und eines vernünftigen Hauptturms aufgegeben wird.
Leichte Panzer
Auf der rechten Seite läuft parallel die Linie der leichten Panzer: T-40, T-50, T-60, T-70. Kleine, wendige Kisten, die in der Praxis meistens eher Aufklärung, Sicherung und Unterstützungsaufgaben übernehmen. Wer mal einen T-70 auf dem Spieltisch hatte, weiß, wie winzig der im Vergleich zu einem T-34 ist.
T-34 und mittlere Panzer
In der Mitte steht dann der Star der Show: der T-34. Erst als T-34/76, später als T-34/85 mit der größeren Kanone und dem neuen Turm. In der Grafik verzweigt er sich gleich in mehrere Richtungen: T-43, T-44 und weiter auf dem Weg zum Nachkriegsklassiker T-54/T-55, auch wenn der hier nicht mehr auftaucht. Für uns Tabletopper ist der T-34 sowieso das Arbeitstier – egal ob in Flames of War, anderen Systemen oder einfach als bemaltes Vitrinenmodell.
Selbstfahrlafetten auf T-34-Basis
Aus dem T-34 stammen auch die bekannten Sturmgeschütze SU-85 und SU-100: Turm runter, feste Kasematte drauf, große Kanone rein. Im Bild laufen diese ebenfalls als eigene Linie, zusammen mit SU-122 und weiteren Varianten. Aus spielerischer Sicht sind das oft die Panzerknacker der Liste: nicht ganz so flexibel wie ein Turmpanzer, aber punktetechnisch attraktiv und mit ordentlicher Feuerkraft.
Schwere KV-Panzer
Unten mittig wird es dann richtig schwer. Dort beginnt die KV-Familie mit KV-1 und KV-2 und verzweigt sich in diverse Experimente wie KV-3, KV-5 und KV-220. Viele davon haben es nie in große Stückzahlen geschafft, aber sie zeigen gut, in welche Richtung die sowjetischen Konstrukteure gedacht haben: dicke Panzerung, große Kanone, notfalls ein fliegender Schrank auf Ketten.
Schwere IS-Panzer
Aus dieser Linie entstehen schließlich die IS-Panzer (Iosif Stalin): IS-1, IS-2 und schließlich IS-3. In der Grafik marschieren sie fast wie eine kleine Ahnenreihe nach unten. Der IS-2 war ein schwerer Panzer der späten Kriegsphase, dessen 122-mm-Kanone sowohl gegen befestigte Stellungen als auch gegen gepanzerte Ziele eingesetzt wurde. Der IS-3 mit seiner charakteristischen „Schnabelnase“ wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt, kam aber mit der Roten Armee während des Krieges nicht mehr zum Kampfeinsatz. Er gehört deshalb vor allem in den Übergang zur Nachkriegszeit.
Schwere Selbstfahrlafetten
Rund um die schweren Panzer gruppieren sich die großen Selbstfahrlafetten: SU-152, ISU-122, ISU-152 und ihre Varianten. In der Grafik zweigen sie seitlich von KV und IS ab und illustrieren sehr schön das Konzept: Fahrgestell eines schweren Panzers, gigantische Kanone in einer Kasematte, und los geht’s. Auf dem Spieltisch sind das häufig die „Monster“, die man entweder liebt oder fürchtet – je nachdem, auf welcher Seite man steht.
Evolution der deutschen Panzer vor und im Zweiten Weltkrieg.
Die Entwicklung deutscher Panzer vom Panzer I bis zum Panzer VIII Maus umfasst zahlreiche Fahrzeugfamilien, Spezialumbauten und nicht verwirklichte Projekte. Die Übersicht zeigt die wichtigsten Entwicklungslinien und ihre Bedeutung für die Zusammenstellung historischer Tabletop-Armeen. Vertiefende Artikel behandeln den Panzer IV, den Jagdpanzer 38(t) und die Sturmgeschütze.
Die Panzer 35(t) und 38(t) waren zwei unterschiedliche tschechoslowakische Konstruktionen, die nach der deutschen Besetzung übernommen wurden. Der Panzer 38(t) war kein direkter Nachfolger des Panzer 35(t), stellte aber ebenfalls eine wichtige Grundlage für den späteren Einsatz tschechoslowakischer Fahrgestelle dar. Aus dem 38(t)-Fahrgestell entwickelt sich in der Grafik eine ganze Seitenlinie: Jagdpanzer 38t Hetzer, Grille, Marder III, Flakpanzer 38(t) und Aufklärungspanzer. Man sieht sehr schön, wie ein solides Fahrgestell immer wieder neu genutzt wird – je nachdem, ob gerade Panzerjäger, Artillerie oder Flak gebraucht wird.
Leichte Panzer I und II
Parallel dazu läuft ganz früh die Linie Panzer I und Panzer II. Beide eher als Schul- und Aufklärungspanzer gedacht, aber zu Kriegsbeginn mangels Alternativen in der ersten Reihe gelandet. Im Stammbaum verzweigen sie sich zu Panzerjäger I, Bison und Wespe. Das Prinzip ist immer ähnlich: man nimmt ein leichtes Chassis, setzt eine größere Kanone oben drauf – und hofft, dass es reicht, bis vernünftige Panzer zur Verfügung stehen.
Panzer III und Panzer IV
Richtig interessant wird es dann mit dem Panzer III und Panzer IV. Panzer III und Panzer IV waren ursprünglich für unterschiedliche Aufgaben vorgesehen: Der Panzer III für den Kampf gegen gegnerische Panzer und der Panzer IV zur Feuerunterstützung. Im Kriegsverlauf übernahm der Panzer IV zunehmend die Rolle des Hauptkampfpanzers. Der wird im Verlauf des Krieges zum eigentlichen Arbeitstier: erst als Kampfpanzer, später als Basis für gefühlt jede denkbare Variante. Aus dem Panzer III gehen die Sturmgeschütze III und die Sturmhaubitze 42 hervor, aus dem Panzer IV dann Sturmpanzer IV Brummbär, Sturmgeschütz IV, Hummel, Nashorn, Flakpanzer IV Wirbelwind und Ostwind. Wer schon einmal eine deutsche Late-War-Armee gebaut hat, kennt dieses Gefühl: am Ende stehen immer irgendwo Panzer-IV-Fahrgestelle auf dem Tisch.
Panther und Jagdpanther
Ein Stück weiter unten verzweigt der Baum in die „mittleren“ und „schweren“ Prestigeprojekte. Der Panzer V Panther bildet eine eigene Familie mit Panther II und dem Jagdpanther. Schlanke Linien, abgeschrägte Panzerung – der Klassiker des späten Krieges. Auf dem Spieltisch sind Panther deutlich teurer als ein Panzer IV, aber eben auch deutlich gefährlicher, wenn sie halbwegs gedeckt bleiben.
Schwere Panzer und Versuchsprojekte
Bei den schweren deutschen Panzern und Panzerjägern sind die Entwicklungswege weniger geradlinig, als eine Stammbaumgrafik vermuten lässt. Tiger I und Tiger II waren eigenständige Konstruktionen mit nur wenigen gemeinsamen Bauteilen. Der Ferdinand beziehungsweise Elefant entstand aus einem anderen Fahrgestellentwurf, dem Porsche-Tiger, während Jagdtiger und Sturmtiger wiederum auf anderen schweren Fahrzeugen basierten. Die E-Serien (E-50, E-75 und E-100), der geplante Löwe und die Maus sollten als separate Entwurfs- und Versuchsprogramme betrachtet werden, nicht als direkt aufeinanderfolgende Serienfahrzeuge. Während die Maus das Prototypenstadium erreichte, blieben mehrere der anderen schweren Projekte Planungen oder unvollendete Entwicklungen.
Weitere Panzerjäger
Zwischendrin tauchen noch ein paar Exoten auf, die man eher aus Bücherregalen (Mid-War-Monster) als vom Spieltisch kennt: Dicker Max, Sturer Emil oder Jagdpanzer IV als weitere Panzerjäger-Zweige. Alle eint der Versuch, mit möglichst großer Feuerkraft gegnerische Panzer auf Distanz zu knacken, notfalls auf einem ziemlich improvisierten Fahrgestell.
Einordnung für das Tabletop-Hobby
Für das Hobby ist dieser Stammbaum gleich mehrfach spannend. Zum einen erkennt man, welche Fahrzeuge logisch zusammengehören, wenn man eine thematisch stimmige Liste bauen möchte:
frühe Kriegsjahre mit Panzer I–III, Mardern und leichten Selbstfahrlafetten,
Mid-War-Listen mit massenhaft Panzer IV, Sturmgeschützen und den ersten Spezialumbauten,
Late-War-Armeen mit Panther, Tiger, schweren Jagdpanzern und dem ganzen „Wunderwaffen“-Anhang.
Zum anderen hilft die Grafik bei der Bemalung. Wenn man sieht, wie viel Technik tatsächlich auf demselben Fahrgestell basiert, versteht man besser, warum bestimmte Details gleich aussehen – Laufrollen, Ketten, Motorabdeckungen – und wo sich spätere Entwürfe bewusst absetzen. Das kann man in der Alterung, Tarnung und Markierung aufgreifen, damit eine Armee wie aus einem Guss wirkt, statt wie ein zufälliger Zirkus aus Einzelmodellen.