Flames of War: Gelände für die Ardennen

Unsere nächste Kampagne wird den Zeitraum Dezember 1944 bis Januar 1945 abdecken und im Kampfraum der Ardennenoffensive sich abspielen. Daher wird für die bereits vorhandene Winterplatte noch ein wenig Gelände benötigt. Hierbei habe ich an beschneite Hecken und Mauern gedacht. Die Bases habe ich dabei mit dem 3D Drucker gedruckt und dann mit Kokosmatten die Hecken dargestellt. An den Mauern bin ich derzeit noch am Arbeiten.

Evolution deutscher Panzer – vom Panzer I zur Maus

Evolution der deutschen Panzer vor und im Zweiten Weltkrieg.

Nachdem ich mir gestern schon die sowjetische Panzerentwicklung als Stammbaum angeschaut habe, folgt heute das passende Gegenstück: die deutsche Seite. Das Bild zeigt eine ganze Ahnenreihe vom kleinen Panzer I bis hinunter zu den späten Monsterprojekten wie E-75, E-100 oder Panzer VIII Maus. Für uns Tabletopper ist das wieder ein bisschen wie ein Tech-Tree aus dem Computerspiel – nur eben mit viel mehr Blech, Nieten und historischen Umwegen.

Ganz oben steht der Panzer 35(t) und sein Nachfolger, der Panzer 38(t). Beides ursprünglich tschechische Konstruktionen, die nach der Besetzung übernommen und in die Wehrmacht eingegliedert wurden. Aus dem 38(t)-Fahrgestell entwickelt sich in der Grafik eine ganze Seitenlinie: Jagdpanzer 38t Hetzer, Grille, Marder III, Flakpanzer 38t Gepard und Aufklärungspanzer. Man sieht sehr schön, wie ein solides Fahrgestell immer wieder neu genutzt wird – je nachdem, ob gerade Panzerjäger, Artillerie oder Flak gebraucht wird.

Parallel dazu läuft ganz früh die Linie Panzer I und Panzer II. Beide eher als Schul- und Aufklärungspanzer gedacht, aber zu Kriegsbeginn mangels Alternativen in der ersten Reihe gelandet. Im Stammbaum verzweigen sie sich zu Panzerjäger I, Bison und Wespe. Das Prinzip ist immer ähnlich: man nimmt ein leichtes Chassis, setzt eine größere Kanone oben drauf – und hofft, dass es reicht, bis vernünftige Panzer zur Verfügung stehen.

Richtig interessant wird es dann mit dem Panzer III und Panzer IV. Die Grafik zeigt schön, wie alles irgendwann beim Panzer IV landet. Der wird im Verlauf des Krieges zum eigentlichen Arbeitstier: erst als Kampfpanzer, später als Basis für gefühlt jede denkbare Variante. Aus dem Panzer III gehen die Sturmgeschütze III und die Sturmhaubitze 42 hervor, aus dem Panzer IV dann Sturmpanzer IV Brummbär, Sturmgeschütz IV, Hummel, Nashorn, Flakpanzer IV Wirbelwind und Ostwind. Wer schon einmal eine deutsche Late-War-Armee gebaut hat, kennt dieses Gefühl: am Ende stehen immer irgendwo Panzer-IV-Fahrgestelle auf dem Tisch.

Ein Stück weiter unten verzweigt der Baum in die „mittleren“ und „schweren“ Prestigeprojekte. Der Panzer V Panther bildet eine eigene Familie mit Panther II und dem Jagdpanther. Schlanke Linien, abgeschrägte Panzerung – der Klassiker des späten Krieges. Auf dem Spieltisch sind Panther deutlich teurer als ein Panzer IV, aber eben auch deutlich gefährlicher, wenn sie halbwegs gedeckt bleiben.

Die andere, noch wuchtigere Linie beginnt beim Panzer VI Tiger I. Von hier aus führen gleich mehrere Pfeile weiter: Tiger II, Jagdtiger, Sturmtiger, Tiger Porsche und Elefant/Ferdinand. Und von dort geht es hinunter zu den E-Serien (E-50, E-75, E-100) und Konzepten wie Panzer VII Löwe oder Panzer VIII Maus. Viele davon haben es nie über Prototypen oder Zeichnungen hinaus geschafft, aber sie zeigen, in welche Richtung die deutschen Konstrukteure gegen Ende des Krieges gedacht haben: immer dicker, immer schwerer, immer größere Kanonen.

Zwischendrin tauchen noch ein paar Exoten auf, die man eher aus Bücherregalen (Mid-War-Monster) als vom Spieltisch kennt: Dicker Max, Sturer Emil oder Jagdpanzer IV als weitere Panzerjäger-Zweige. Alle eint der Versuch, mit möglichst großer Feuerkraft gegnerische Panzer auf Distanz zu knacken, notfalls auf einem ziemlich improvisierten Fahrgestell.

Für das Hobby ist dieser Stammbaum gleich mehrfach spannend. Zum einen erkennt man, welche Fahrzeuge logisch zusammengehören, wenn man eine thematisch stimmige Liste bauen möchte:

  • frühe Kriegsjahre mit Panzer I–III, Mardern und leichten Selbstfahrlafetten,
  • Mid-War-Listen mit massenhaft Panzer IV, Sturmgeschützen und den ersten Spezialumbauten,
  • Late-War-Armeen mit Panther, Tiger, schweren Jagdpanzern und dem ganzen „Wunderwaffen“-Anhang.

Zum anderen hilft die Grafik bei der Bemalung. Wenn man sieht, wie viel Technik tatsächlich auf demselben Fahrgestell basiert, versteht man besser, warum bestimmte Details gleich aussehen – Laufrollen, Ketten, Motorabdeckungen – und wo sich spätere Entwürfe bewusst absetzen. Das kann man in der Alterung, Tarnung und Markierung aufgreifen, damit eine Armee wie aus einem Guss wirkt, statt wie ein zufälliger Zirkus aus Einzelmodellen.

Ich mag diese Art von Übersichten, weil sie den Blick weiten: Der Tiger steht dann nicht mehr isoliert als „cooler Panzer“, sondern als Teil einer Entwicklungslinie, in der vorher und nachher noch jede Menge spannender Fahrzeuge gespielt werden wollen. Für mich wandert der deutsche Stammbaum daher direkt neben den sowjetischen in den Inspirationsordner – perfekt, um beim nächsten Projekt zu überlegen, welcher Ast als nächstes auf den Maltisch kommt.

Evolution sowjetischer Panzer – vom T-26 zum IS-3

Evolution der sovjetischen Panzer vor und im Zweiten Weltkrieg.

Beim Stöbern durchs Netz ist mir diese Grafik in die Hände gefallen, die ich euch nicht vorenthalten möchte: ein schöner Stammbaum der sowjetischen Panzerentwicklung, vom kleinen T-26 der Vorkriegszeit bis hinunter zum bulligen IS-3. Für jemanden, der gerne rote Stahlkolosse über den Tisch schiebt, ist das fast wie ein Tech-Tree im Computerspiel – nur eben in historisch.

Wenn man sich das Bild in Ruhe anschaut, erkennt man grob drei „Linien“: leichte Aufklärer, das Rückgrat der mittleren Panzer und die schweren Brecheisen samt Sturmgeschützen.

Ganz oben links fängt alles mit dem T-26 und den BT-Panzern an. Das sind typische Zwischenkriegs-Konstruktionen mit vielen Nieten, dünner Panzerung und dafür ordentlich Geschwindigkeit. Aus diesen frühen Versuchen wachsen dann sowohl die Mehrturm-Monster T-28 und T-35 als auch später die bekannteren Fahrzeuge. Man sieht schön, wie die Idee „mehr Türme hilft mehr“ irgendwann zugunsten besserer Panzerung und eines vernünftigen Hauptturms aufgegeben wird.

Auf der rechten Seite läuft parallel die Linie der leichten Panzer: T-40, T-50, T-60, T-70. Kleine, wendige Kisten, die in der Praxis meistens eher Aufklärung, Sicherung und Unterstützungsaufgaben übernehmen. Wer mal einen T-70 auf dem Spieltisch hatte, weiß, wie winzig der im Vergleich zu einem T-34 ist.

In der Mitte steht dann der Star der Show: der T-34. Erst als T-34/76, später als T-34/85 mit der größeren Kanone und dem neuen Turm. In der Grafik verzweigt er sich gleich in mehrere Richtungen: T-43, T-44 und weiter auf dem Weg zum Nachkriegsklassiker T-54/T-55, auch wenn der hier nicht mehr auftaucht. Für uns Tabletopper ist der T-34 sowieso das Arbeitstier – egal ob in Flames of War, anderen Systemen oder einfach als bemaltes Vitrinenmodell.

Aus dem T-34 stammen auch die bekannten Sturmgeschütze SU-85 und SU-100: Turm runter, feste Kasematte drauf, große Kanone rein. Im Bild laufen diese ebenfalls als eigene Linie, zusammen mit SU-122 und weiteren Varianten. Aus spielerischer Sicht sind das oft die Panzerknacker der Liste: nicht ganz so flexibel wie ein Turmpanzer, aber punktetechnisch attraktiv und mit ordentlicher Feuerkraft.

Unten mittig wird es dann richtig schwer. Dort beginnt die KV-Familie mit KV-1 und KV-2 und verzweigt sich in diverse Experimente wie KV-3, KV-5 und KV-220. Viele davon haben es nie in große Stückzahlen geschafft, aber sie zeigen gut, in welche Richtung die sowjetischen Konstrukteure gedacht haben: dicke Panzerung, große Kanone, notfalls ein fliegender Schrank auf Ketten.

Aus dieser Linie entstehen schließlich die IS-Panzer (Iosif Stalin): IS-1, IS-2 und schließlich IS-3. In der Grafik marschieren sie fast wie eine kleine Ahnenreihe nach unten. Für mich ist der IS-2 einer der schönsten Panzer überhaupt – elegant, brutal und optisch klar „spätkrieg“. Der IS-3 am Ende mit seiner typischen „Schnabelnase“ ist dann schon ein Ausblick in die Nachkriegszeit und für viele eher mit dem Kalten Krieg verbunden, auch wenn er gegen Kriegsende fertig wurde.

Rund um die schweren Panzer gruppieren sich die großen Selbstfahrlafetten: SU-152, ISU-122, ISU-152 und ihre Varianten. In der Grafik zweigen sie seitlich von KV und IS ab und illustrieren sehr schön das Konzept: Fahrgestell eines schweren Panzers, gigantische Kanone in einer Kasematte, und los geht’s. Auf dem Spieltisch sind das häufig die „Monster“, die man entweder liebt oder fürchtet – je nachdem, auf welcher Seite man steht.

Was ich an dieser Darstellung besonders mag: Man sieht auf einen Blick, wie verwoben das alles ist. Es gibt nicht „den einen“ sowjetischen Panzer, sondern eine ganze Familie von Entwürfen, Experimenten und Übergangslösungen. Viele Fahrzeuge im Bild kennt man vielleicht nur aus Randnotizen oder als obskure Resinmodelle, andere sind absolute Klassiker mit Dutzenden Bausätzen.

Ich finde, man bekommt durch das Bild einen ganz guten Eindruck davon, wie rasant sich die sowjetische Panzertruppe zwischen Ende der 30er und Mitte der 40er entwickelt hat. Von genieteten Kästchen mit dünner Panzerung hin zu massiven, geschwungenen Gusswannen und schweren Geschützen, die problemlos jeden Gegner auf dem Feld knacken konnten.

Das Bild wandert bei mir auf jeden Fall in den Inspirationsordner für künftige Projekte – und vielleicht auch mal als Referenz, wenn ich wieder darüber grüble, welchen sowjetischen Panzer ich als nächstes auf den Tisch stellen möchte.

16. Dezember – Heute vor 81 Jahren: Beginn der Kampagne „Wacht am Rhein“

Am Morgen des 16. Dezember 1944 begann die deutsche Großoffensive, die unter dem Decknamen „Wacht am Rhein“ vorbereitet worden war – heute besser bekannt als die Ardennenoffensive oder Battle of the Bulge. Vor 81 Jahren setzte die Wehrmacht zu einem letzten großen Schlag an der Westfront an, in der Hoffnung, die alliierten Streitkräfte entscheidend zu schwächen und den Kriegsverlauf noch einmal zu beeinflussen.

Die Offensive zielte darauf, die alliierten Linien in den schwer passierbaren, verschneiten Ardennen zu durchbrechen, die Front zu spalten und den wichtigen Hafen von Antwerpen zurückzuerobern. Schlechte Wetterbedingungen, dichter Nebel und Schneestürme sollten die alliierte Luftüberlegenheit neutralisieren – ein Risiko, das kurzfristig tatsächlich aufging.

Während deutsche Panzer- und Infanterieverbände am ersten Tag erhebliche Geländegewinne erzielten und mehrere US-Positionen überrumpelten, formierte sich der amerikanische Widerstand an entscheidenden Punkten. Besonders der hartnäckige Kampf um Bastogne wurde zum Symbol der zähen Verteidigung.

Doch trotz der frühen Erfolge kämpfte die Offensive von Anfang an gegen enorme logistische Probleme: kaum Treibstoff, unzureichende Nachversorgung und ein ambitionierter Operationsplan, der weit über die realen Kapazitäten hinausging. Als das Wetter sich besserte, griff die alliierte Luftwaffe ein – ein Wendepunkt, der das Schicksal des Unternehmens besiegelte.

Der 16. Dezember bleibt ein historisches Mahnmal für kühne Planung, verzweifelte Strategie und die Härten des Winterkrieges.

Faktentafel

KategorieInformation
Beginn16. Dezember 1944
Dauerca. 6 Wochen (bis Januar 1945)
DecknameWacht am Rhein
Beteilige deutsche Truppenca. 400.000 Soldaten, ~1.400 Panzer/selbstfahrlafetten
Beteilige US-Truppenanfänglich ca. 80.000–100.000, später deutlich mehr
Ziel der DeutschenDurchbruch durch die Ardennen, Einnahme Antwerpens, Spaltung der Alliierten
ErgebnisScheitern der Offensive, hohe Verluste auf beiden Seiten
BedeutungLetzte große deutsche Offensive an der Westfront; erschöpfte die verbleibenden Reserven des Reichs

Historische Übersicht über den T-34

Überblick und Einordnung
Der T-34 war der zentrale sowjetische mittlere Panzer des Zweiten Weltkriegs und eines der prägenden Kampffahrzeuge des 20. Jahrhunderts. Er verband ab 1941 drei Merkmale, die bis dahin selten in einem Panzer zusammenkamen: stark geneigte Panzerung, eine gute Geländegängigkeit durch breite Ketten und relativ hohe Feuerkraft. In der sowjetischen Doktrin war der T-34 das „Arbeitstier“ für operative Durchbrüche, schnelle Ausnutzung in die Tiefe und massierte Panzerstöße. Seine Bedeutung liegt weniger in technischer Perfektion als im Gesamtpaket aus Leistung, einfacher Serienfertigung und enormer Stückzahl.

Entstehung und frühe Entwicklung (1939–41)
Der T-34 entstand aus den Erfahrungen mit der BT-Schnellpanzerreihe und den Lehren aus dem Spanischen Bürgerkrieg sowie den Kämpfen gegen Japan. Die Konstrukteure um Michail Koschkin setzten auf einen grundlegend neuen Ansatz: dieselbetriebener Motor (weniger brandgefährlich als Benzin), stark geneigte Panzerplatten und ein eher schlichtes, robustes Fahrwerk. 1940/41 liefen die ersten Serien an, noch mit der 76,2-mm-Kanone L-11 bzw. F-34, die zu Kriegsbeginn vielen deutschen Panzern überlegen war. Die Sowjetunion ging mit dem T-34 in den Krieg, bevor Kinderkrankheiten der Produktion wirklich ausgereift waren – was sich in den frühen Feldzügen hart bemerkbar machte.

T-34/76 im Krieg (1941–43)
Beim deutschen Überfall 1941 traf die Wehrmacht erstmals auf größere Zahlen T-34. Taktisch dominierte anfangs aber nicht die Technik, sondern Ausbildung, Funkführung, Wartungslage und Überraschung. Viele T-34 fielen nicht im direkten Panzerkampf, sondern durch Ausfälle, Treibstoffmangel, fehlende Ersatzteile oder Umfassung.
Trotzdem zeigte sich schnell der Kernvorteil: Sobald T-34 in geschlossenen Verbänden geführt wurden, konnten sie mit ihrer Mobilität und Panzerung deutsche Panzertruppen empfindlich treffen. 1942/43 wurde das Fahrzeug stetig vereinfacht und „produk­tions­tauglicher“ gemacht: weniger aufwendige Bauteile, grobere aber schnellere Schweißnähte und ein massiver Ausbau der Fertigung in den ostwärts verlegten Werken. Der T-34/76 wurde damit zum typischen Panzer der sowjetischen Gegenoffensiven von Stalingrad bis Kursk.

Zerstörter T-34 mit dem 76mm Turm.

Modernisierung zum T-34/85 (1943–45)
Mit dem Auftreten von Panther und Tiger verschob sich das Kräfteverhältnis. Die 76-mm-Kanone blieb brauchbar, hatte aber zunehmend Schwierigkeiten gegen Frontpanzerung und größere Kampfentfernungen. Die Antwort war der T-34/85, eingeführt Anfang 1944: neuer, größerer Dreimann-Turm und 85-mm-Kanone (ZiS-S-53). Damit stieg die Durchschlagskraft deutlich, und vor allem verbesserten sich Kommandofähigkeit und Gefechtsführung, weil Kommandant, Richtschütze und Ladeschütze getrennte Aufgaben hatten.
Der T-34/85 war nicht „besser“ als Panther oder Tiger im Einzelduell, aber er war gut genug, in riesigen Stückzahlen verfügbar und in einer Doktrin eingebettet, die Masse, Tempo und operative Tiefe nutzte. 1944/45 bildete er das Rückgrat der sowjetischen Panzerarmeen von Bagration über die Weichsel-Oder-Operation bis Berlin.

T-34/85 in Berlin (Foto von https://www.worldwarphotos.info)

Produktion und Logistik als Schlüssel
Der vielleicht größte „technische“ Vorteil des T-34 war seine industrielle Tauglichkeit. Konstruktion und Fertigung wurden so weit vereinfacht, dass auch unter Evakuationsbedingungen, Bombardierung und Materialknappheit enorm produziert werden konnte. Aus sowjetischer Sicht zählte nicht das perfekte Einzelstück, sondern ein verlässlicher Strom kampffähiger Panzer inklusive Ersatzteilen, Motoren und Munition. Diese Logik machte den T-34 zum typischen Massenpanzer des Krieges und erlaubte es, Verluste rasch zu ersetzen und ganze Frontabschnitte mit Panzerverbänden zu sättigen.

Stärken und Schwächen im Einsatz
Stärken:

  • geneigte Panzerung bot bei moderatem Gewicht hohe Schutzwirkung
  • breite Ketten und gutes Fahrwerk sorgten für exzellente Mobilität in Schlamm, Schnee und Wald
  • Dieselmotor war robust und weniger feuergefährlich
  • einfache Konstruktion erleichterte Reparaturen im Feld und Massenproduktion

Schwächen:

  • frühe Sichtgeräte und Optiken waren unterlegen; Zielerfassung oft schlechter als bei deutschen Panzern
  • Funkgeräte waren anfangs knapp, viele Fahrzeuge konnten nur mit Flaggen geführt werden
  • Verarbeitung schwankte je nach Werk und Kriegsphase
  • Innenraum eng, Ergonomie durchschnittlich; Besatzungen waren schnell erschöpft

In der Praxis bedeutete das: Im Einzelkampf war der T-34 nicht immer überlegen. In der Kombination aus Geländegewinn, flankierenden Manövern, Artillerie- und Infanterieunterstützung und vor allem schierer Verfügbarkeit war er aber hochwirksam.

Historische Bedeutung und Nachwirkung
Der T-34 ist ein Paradebeispiel dafür, wie Technik, Industrie und Doktrin zusammenwirken. Er half der Roten Armee, den Krieg vom defensiven Überleben 1941/42 zum operativen Angriff 1943–45 zu drehen. Nach 1945 blieb er weltweit im Einsatz, wurde in vielen Ländern produziert oder modernisiert und prägte die Panzerentwicklung über Jahrzehnte. Seine Legende ist nicht die des „unbesiegbaren Superpanzers“, sondern die eines ausgewogenen, in der Realität des totalen Krieges perfekten Werkzeugs: stark genug, um zu bestehen, und schlicht genug, um in Zehntausenden zu entstehen.

Übersicht der sovjetischen Panzerjäger im 2. Weltkrieg

Überblick und Einordnung
Die Rote Armee startete 1941 praktisch ohne eigene Selbstfahrlafetten. Die Erfahrungen mit deutschen Sturmgeschützen und der enorme Bedarf an beweglicher Panzerabwehr und Infanterieunterstützung führten ab 1942 zu einem schnellen Aufbau eines ganzen „SU/ISU“-Programms. Diese Fahrzeuge waren meist kasemattierte Geschützwagen auf vorhandenen Panzerfahrgestellen: billiger und schneller zu bauen als Türme, mit Platz für größere Kanonen. Doktrinell wurden sie in selbstfahrenden Artillerieregimentern als mobile Pak-Reserve, Feuerunterstützer im Angriff und als „Überwachungsfeuer“ gegen gegnerische Panzer eingesetzt.

Frühe und improvisierte Panzerjäger (1941–42)
Zu Beginn des Krieges griff die UdSSR auf Übergangslösungen zurück: leichte Fahrgestelle mit starkem Pak-Geschütz, oft mit minimalem Schutz. Typisch waren sehr kleine Serien und harte Verluste, aber sie lieferten wichtige Front-Erfahrungen für spätere Entwürfe.

Leichte Panzerjäger und Begleitgeschütze: SU-76 / SU-76M (ab 1942/43)
Die SU-76 war die zahlenmäßig wichtigste sowjetische leichte Selbstfahrlafette. Mit der 76,2-mm-ZiS-3 auf T-70-Basis war sie ein Mehrzweckfahrzeug: Begleitgeschütz für die Infanterie, mobile Pak und notfalls indirektes Feuer. Nach Kinderkrankheiten der frühen Serie wurde die verbesserte SU-76M ab 1943 zum Standard. Insgesamt entstanden etwa 14.300 Stück, damit war sie nach dem T-34 das zweithäufigste sowjetische Kettenkampffahrzeug des Krieges. Im Einsatz folgte sie den Schützenverbänden durch Wald, Sümpfe oder Städte, wo ihre geringe Bodenlast und Wendigkeit zählten, blieb aber wegen dünner Panzerung und offenem Kampfraum verwundbar.

Sovjetische SU-76

Mittlere Panzerjäger auf T-34-Basis: SU-85 / SU-85M und SU-100 (1943–45)
Mit dem Auftreten von Tiger und Panther brauchte die Rote Armee 1943 dringend stärkere Panzerabwehr. Die SU-85 setzte eine 85-mm-Kanone in eine T-34-Kasematte und kam ab August 1943 an die Front. Sie war gegen mittlere und schwere deutsche Panzer deutlich wirkungsvoller als die 76-mm-Bewaffnung, wurde aber schon 1944 von besseren Lösungen überholt; rund 2.650 Exemplare wurden gebaut.

Die SU-85M war eine Übergangsserie: bereits der verbesserte Rumpf der späteren SU-100, aber noch mit 85-mm-Kanone, weil 100-mm-Munition und -Geschütze verzögert verfügbar waren.

Ab Herbst 1944 folgte die SU-100 mit der 100-mm-D-10S. Sie konnte praktisch alle deutschen Panzer auf normalen Gefechtsdistanzen bekämpfen und wurde 1945 in großen Offensiven, u. a. in Ungarn und bis Berlin, intensiv eingesetzt. Etwa 4.976 Stück entstanden bis Kriegsende/kurz danach.

Sovjetische SU-85

Schwere Panzerjäger und Durchbruchsgeschütze: SU-152, ISU-122, ISU-152 (1943–45)
Parallel zu den mittleren Panzerjägern entstanden schwere Selbstfahrlafetten auf KV- und IS-Fahrgestellen. Die SU-152 (KV-1S-Basis) trat 1943 auf, eigentlich als Sturm- und Bunkerknacker gedacht. Ihr 152-mm-ML-20-Geschütz konnte deutsche schwere Panzer durch reine Sprengwirkung oder Treffer an Schwachstellen ausschalten, was ihr den Ruf als „Bestienjäger“ einbrachte. Die Serie blieb mit etwa 670 Fahrzeugen relativ klein und wurde Ende 1943 von IS-Fahrgestellen abgelöst.

Die ISU-152 war die weiterentwickelte schwere 152-mm-Variante auf IS-Basis, zugleich Sturmgeschütz und schwerer Panzerjäger. Im Angriff räumte sie feste Stellungen und urbane Widerstandsnester, in der Defensive war sie eine gefürchtete Pak-Reserve. Von ihr wurden im Krieg mehrere tausend gebaut.

Die ISU-122 (und die schnellfeuernde ISU-122S) nutzte dieselbe Plattform, aber eine 122-mm-Kanone mit besserer Ballistik und längerer Direktfeuerreichweite. Sie war deshalb stärker auf die Panzerjäger-Rolle ausgerichtet, blieb aber ebenfalls vielseitig einsetzbar. Insgesamt entstanden rund 2.410 ISU-122-Fahrzeuge aller Typen.

Sovjetische ISU-152

Bedeutung im Gesamtkrieg
Sowjetische Panzerjäger im Zweiten Weltkrieg waren weniger eine „Spezialtruppe“ nach westlichem Muster, sondern Teil eines breiten Systems selbstfahrender Artillerie. Von der massenhaften SU-76 für die Infanteriespitze bis zu SU-100 und ISU-122/152 als mobile Panzerabwehr und Durchbruchswerkzeuge stellten sie ab 1943 einen enormen Kraftmultiplikator dar. Ihre Kombination aus einfacher Produktion, starker Bewaffnung und doktrineller Einbindung in großen operativen Offensiven war ein wichtiger Baustein der sowjetischen Siege 1944/45.

Flames of War: Sovjet SU-76 fertig

Die fünf SU-76 sind die ersten Modelle der neune Charge die das Produktionsband verlassen haben. Ein Teil der Besatzung stammt aus dem 3D-Drucker.

SU-76 Historie

Die SU-76 war eine sowjetische leichte Selbstfahrlafette, die ab 1942 auf dem Fahrgestell des leichten T-70 entwickelt wurde. Ziel war ein günstiges, einfach zu bauendes Fahrzeug, das die Infanterie direkt unterstützen und bei Bedarf auch Panzer bekämpfen konnte. Als Bewaffnung diente die 76,2-mm-Kanone ZiS-3.

Entwicklung:
Die ersten Serienfahrzeuge hatten Probleme mit dem Antrieb (Doppelmotorsystem) und waren unzuverlässig. Darum entstand ab 1943 die verbesserte SU-76M: stabilerer Antrieb und ein nach oben offener Kampfraum. Das machte sie leichter, zuverlässiger und schneller zu produzieren – allerdings auch verwundbarer.

Einsätze und Rolle:
Ab 1943 wurde die SU-76M in großen Stückzahlen an die Front gebracht und war bis Kriegsende allgegenwärtig. Sie wurde in leichten Selbstfahrlafetten-Regimentern eingesetzt und begleitete vor allem Schützeneinheiten. Ihre Hauptaufgabe war direkte Feuerunterstützung: MG-Nester, Feldstellungen, leichte Bunker und Gebäude sollten schnell ausgeschaltet werden.

Als Panzerjäger war sie gegen frühe und mittlere deutsche Panzer brauchbar, gegen Panther und Tiger aber meist nur aus Flankenpositionen oder auf kurze Distanz wirksam. Deshalb nutzte man sie oft defensiv als bewegliche Panzerabwehr oder offensiv in enger Zusammenarbeit mit der Infanterie.

Stärken & Schwächen:
Stärken waren niedrige Kosten, einfache Wartung, gute Geländegängigkeit und eine vielseitige Kanone. Schwächen waren die sehr dünne Panzerung und der offene Kampfraum, wodurch sie empfindlich gegen Artilleriesplitter, Panzerfäuste und Infanteriewaffen war.

Insgesamt war die SU-76 weniger ein reiner „Panzerjäger“ als vielmehr ein universelles Unterstützungsfahrzeug, das der sowjetischen Infanterie bewegliche Artillerie direkt an die Spitze brachte und so in den großen Offensiven 1944/45 eine wichtige Rolle spielte.

Nach den Sowjets: Wohin geht’s als Nächstes? – Planung, Hürden & Prioritäten

Eigentlich war der Plan für 2025 schnell erzählt: Sowjet-Fahrzeuge für Flames of War abschließen, die Team-Yankee-Sowjets aus 2024 nachholen, dazu ein paar deutsche Flames-of-War-Fahrzeuge und – als Spaßprojekt – die Briten für Team Yankee. In der Realität hänge ich jedoch noch immer an den Sowjets für Flames of War. Es ist schlicht mehr geworden, als ich anfangs dachte, und so stehen aktuell noch 31 T-34, 5 SU-76, 6 SU-85 und 6 SU-85M auf dem Maltisch. Dazu kamen dieses Jahr viele LARP-Veranstaltungen, die Hobbyzeit gefressen haben, und es gab wenige Spiele, was der Motivation nicht unbedingt gutgetan hat. Wer tiefer einsteigen will, findet im Rückblick die ganze Geschichte:
Jahresrückblick – Ein Jahr mit dem sowjetischen Flames-of-War-Armeeprojekt

Trotzdem fühlt sich 2025 für mich nicht wie Stillstand an, sondern wie ein langes, konzentriertes Durcharbeiten eines Großprojekts. Und genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu klären, was nach den Sowjets kommt – mit Blick auf Aufwand, Spielbedarf und Motivation – und weil mich Ben dazu konkret gefragt hat!

Was auf der Liste steht – und warum

In der Vitrine schlummern noch angefangene deutsche Fahrzeuge für Flames of War. Sie sind nicht spielentscheidend, aber jedes unfertige Modell, das verschwindet, schafft Kopf- und Regal-Freiheit. Ähnlich sieht es bei den Team-Yankee-Sowjets aus: wenig Aufwand, weil nicht mehr viel fehlt, aber ohne geplante Spiele fehlt der Druck. Die Team-Yankee-Briten bleiben ein reines Spaßprojekt – hübsch, aber ohne Termin und damit aktuell nicht dringlich.

Neu hinzugekommen sind zwei Ideen, die richtig kribbeln: Zum einen US-Truppen für das Szenario „Peiper’s Charge“, das ich 2026 gemeinsam mit Dappy angehen möchte. Wir haben uns bewusst entschieden, ohne Schnee zu spielen und in normalem Grün/Olive Drab zu bemalen – das spart Zeit und Nerven. Zum anderen lockt Great War (Battlefront) mit Deutschen: viel Infanterie, frisches Setting, und die Aussicht auf ein eigenes kleines Szenario. Beides sind Projekte mit echtem Spielanlass und Mitspieler-Commitment – ein starkes Gegenmittel zum „Endlos-Malen ohne Ziel“.

Was ich aus 2025 mitnehme

Die wichtigsten Learnings sind simpel: Große Blöcke brauchen klare Meilensteine und am besten einen festen Spieltermin. „Aufräumen“ in der Vitrine ist gut für die Seele, aber es ersetzt kein Projekt mit echtem Spielfokus. Deshalb will ich 2026 bewusst szenario-getrieben planen: zuerst etwas, das definitiv auf den Tisch kommt, dann die Projekte, die Lust machen – und zwischendurch kleine „Reinigungstaten“ gegen den Stapel.

Die Reihenfolge für 2026

Ganz vorne stehen die US-Truppen für „Peiper’s Charge“. Die Motivation ist hoch, der Bedarf eindeutig, und mit dem Verzicht auf Schnee-Effekte ist der große Aufwand beherrschbar. Außerdem ist Dappy dabei – wir haben damit einen klaren Terminanker und ein gemeinsames Ziel.

Danach möchte ich die Deutschen für Great War starten. Das ist inhaltlich ein schöner Bruch nach den US-Ardennen: anderes Setting, andere Optik, viel Infanterie – und wieder ein Projekt, das direkt in ein Szenario münden kann.

Parallel und in Pausen werde ich deutsche Flames-of-War-Fahrzeuge aus der Vitrine abarbeiten. Diese „Zwischenhappen“ sind ideal, wenn gerade kein großer Block ansteht oder wenn ich eine kurze Bemal-Erfrischung brauche.

Später im Jahr, wenn Zeitfenster von wenigen Tagen auftauchen, kommen die Team-Yankee-Sowjets in kleinen Etappen dran – einfach, überschaubar, motivierend, aber eben ohne unmittelbaren Spielbedarf. Die Team-Yankee-Briten parke ich bewusst bis ein konkreter Spieltermin auftaucht; dann machen sie wieder Sinn.

Konkreter Fahrplan

Sobald die Sowjets in Flames of War abgeschlossen sind, beginne ich mit den US-Ardennen. Geplant ist, Kompanie für Kompanie vorzugehen und zwischen den Blöcken gezielt ein, zwei deutsche FoW-Fahrzeuge „wegzumalern“, um die Vitrine zu entlasten. Anschließend folgt der Great-War-Start mit einem soliden Infanteriekern und der Vorbereitung eines ersten Szenarios. Dazwischen streue ich kurze Team-Yankee-Sowjet-Sessions ein – gerade so viel, dass es sichtbare Fortschritte gibt, ohne den Hauptfokus zu verlieren.

Motivation & Meilensteine

Was mir 2026 helfen soll: fixe Teilziele pro Monat, ein abgesprochener Spieltermin für Peiper’s Charge, und kleine Belohnungen nach jedem Meilenstein (zum Beispiel ein „Aufräum-Fahrzeug“ aus der Vitrine). Das hält die Kurve oben und verhindert, dass aus einem großen Projekt wieder ein endloser Marathon wird.

Kurzzusammenfassung

2025 war das Jahr der langen Sowjet-Strecke – anstrengend, aber produktiv. 2026 bekommt mit Peiper’s Charge (US, ohne Schnee, in Grün) ein klares Leuchtturmprojekt, gefolgt von Great War (Deutsche) für frischen Wind. Die deutschen FoW-Fahrzeuge schrumpfen nebenbei den Stapel, Team-Yankee-Sowjets werden in Minischritten gepflegt, und die Briten warten gelassen auf ihren Einsatz, sobald ein Spieltermin ruft.