Tropische Uniformen bringen sofort Abwechslung in eine deutsche Fallschirmjäger-Armee. Zwischen beigefarbenen Knochensäcken, gelblich-oliven Hosen, feldgrauen Kleidungsstücken und abgenutzter Ausrüstung entsteht ein deutlich lebendigeres Bild als bei einer völlig einheitlich bemalten Truppe.
Victor Pesch zeigt im englischen Battlefront-Beitrag Painting Tropical Fallschirmjäger, wie er die neuen Figuren für einen Zug im Italien-Thema bemalt. Hier findet ihr die Methode als deutsche Schritt-für-Schritt-Hilfe. Die Bilder stammen von Battlefront Miniatures und können durch Anklicken vergrößert werden.
1. Grundierung und Grundfarben
Die Figuren werden zunächst schwarz grundiert. Damit Beige- und Sandtöne anschließend nicht mühsam direkt über Schwarz aufgebaut werden müssen, folgt eine Khaki-Grundfarbe aus der Airbrush. Wer keine Airbrush besitzt, kann diesen Schritt auch mit mehreren dünnen Pinselschichten erledigen.
Der Knochensack erhält German Camo Beige als hellere Basis. Ein vorsichtiges Trockenbürsten erzeugt bereits die erste Schattierung. Danach werden Hosen, Ausrüstung, Waffen, Haut und Leder sauber als Farbflächen angelegt.
Bilder: Battlefront Miniatures
2. Schwarzes Wash
Anschließend wird die komplette Figur mit einem schwarzen Wash behandelt. Das Ergebnis wirkt zunächst sehr dunkel, doch Falten, Gurte und Ausrüstungsdetails werden klar voneinander getrennt.
Der Vorteil dieser Methode: Für die erste Aufhellung können größtenteils wieder die ursprünglichen Grundfarben verwendet werden. Man braucht also nicht für jede Fläche sofort einen eigenen helleren Farbton.
Bilder: Battlefront Miniatures
3. Kanten und erhabene Stellen hervorheben
Nach dem vollständigen Trocknen des Washs werden die erhabenen Flächen wieder mit den jeweiligen Grundfarben bemalt. Das Wash bleibt nur in Vertiefungen und zwischen Details sichtbar.
Ein zweites, gezieltes Highlight lohnt sich vor allem an Gesicht, Kanten der Kleidung, Helm, Metall und stark beanspruchten Lederteilen. Bei 15-mm-Figuren darf dieser Kontrast ruhig etwas kräftiger ausfallen, damit er auf dem Spieltisch noch zu erkennen ist.
Bilder: Battlefront Miniatures
Die verwendeten Farben
- Splittertarn-Knochensack: German Camo Beige 821, Stone Grey 884
- Grüne Tarnflecken: Luftwaffe Camouflage Green 823, German Camouflage Bright Green 833
- Braune Tarnflecken: Chocolate Brown 872
- Tropenhose und unbezogener Helm: Green Ochre 914, Dark Sand 847
- Feldgraue Hose: German Field Grey WWII 830; als zweites Highlight mit Stone Grey 884 gemischt
- Waffenmetall: Gunmetal Grey 863, Oily Steel 865
- Holz: Beige Brown 875, Tan Earth 874
- Segeltuch: Stone Grey 884
- Lackiertes Metall: Middlestone 882, Dark Sand 847
- Braunes Leder: Leather Brown 871, Beige Brown 875
- Schwarzes Leder: German Grey 995, Grey Green 866
- Haut: Medium Fleshtone 860, Flat Flesh 955
Farbreferenz: Battlefront Miniatures. Zwischen Grundfarbe und Highlights wird ein schwarzes Wash verwendet.
Tipp: Abgenutztes Leder
Für abgewetzte Gurte und Taschen wird die hellere Lederfarbe nicht als gleichmäßige Linie aufgemalt. Stattdessen tupft man sie vorsichtig und unregelmäßig auf die Kanten. So entstehen kleine Gebrauchsspuren, die natürlicher wirken als ein sauberes Kantenhighlight.
Bild: Battlefront Miniatures
Mehr Abwechslung im Zug
Besonders gut gefällt mir die Mischung aus tropisch gelblichen und feldgrauen Hosen. Auch die gelb lackierten Helme müssen nicht fabrikneu aussehen: Mit einem kleinen Stück Schwamm lässt sich German Grey vorsichtig auftupfen, sodass an einzelnen Stellen die dunklere Farbe unter dem Tropenanstrich hervortritt.
Das Verfahren eignet sich nicht nur für Italien. Mit kleinen Änderungen funktioniert es ebenso für Fallschirmjäger in Nordafrika und andere deutsche Truppen mit tropischer Bekleidung. Passend zur Anleitung zeigt Battlefront das Fallschirmjäger Platoon (Battleworn), GE763.
Mein Fazit
Die Methode bleibt angenehm überschaubar: helle Grundfarbe, saubere Farbflächen, ein Wash und anschließend kräftige Highlights. Gerade bei einer größeren 15-mm-Einheit ist das ein guter Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Wirkung. Durch unterschiedliche Hosen, Helme und Gebrauchsspuren sieht der Zug am Ende trotzdem nicht eintönig aus.
Die englische Originalanleitung mit allen Bildern findet ihr bei Battlefront: Painting Tropical Fallschirmjäger.







