Flames of War – Panzergrau bemalen

Panzergrau ist für viele deutsche Fahrzeuge der frühen Kriegsjahre die typische Grundfarbe. Gerade im Maßstab 15 mm wirkt ein einfach nur dunkelgrau lackiertes Fahrzeug allerdings schnell zu flach. Mit wenigen Aufhellungen, einem passenden Wash, dezentem Chipping und etwas Staub lässt sich die einfarbige Lackierung deutlich interessanter gestalten, ohne dass der Aufwand für eine ganze Flames-of-War-Einheit zu groß wird.

Der folgende Ablauf entspricht der Methode, die ich aktuell für meine panzergrauen deutschen Fahrzeuge verwende. Als Beispiel dient ein Tiger I für die Ostfront 1942.

Panzergrau historisch einordnen

Ab 1940 wurden deutsche Fahrzeuge überwiegend einfarbig in Dunkelgrau lackiert. Der Farbton wurde später als RAL 7021 bezeichnet. Diese Vorgabe blieb bis Februar 1943 maßgeblich, bevor Dunkelgelb als neue Grundfarbe eingeführt wurde. Für viele Fahrzeuge des Frankreichfeldzuges, des Balkanfeldzuges und der frühen Jahre an der Ostfront ist Panzergrau daher eine passende Grundlage.

Wichtig für das Modell: Dunkelgrau sollte im kleinen Maßstab nicht zu dunkel bleiben. Durch eine gezielte Aufhellung von oben und entlang der großen Flächen bleibt das Fahrzeug auch auf dem Spieltisch gut lesbar.

Verwendete Farben und Materialien

  • Panzer Grey – Grundfarbe
  • Grey Primer – Aufhellung mit der Airbrush
  • AMMO MIG Chipping A.MIG-044 – dezentes Chipping
  • Medium Sea Grey – helle Abplatzer und letzte Highlights
  • AMMO MIG Blue for Panzer Grey A.MIG-1006 – Wash
  • Vallejo Panzer Aces 304 Track Primer – Ketten
  • schwarzes Oil Wash – Lüfter und Ketten
  • German Grey – Stahlseile
  • Basalt Grey – erste Highlights
  • weicher Bleistift – blanke Metallflächen der Ketten
  • Model Air Sand Beige – leichter Staub mit der Airbrush

Bemalanleitung

1. Grundfarbe in Panzer Grey

Das komplette Fahrzeug bekommt zunächst eine gleichmäßige Grundfarbe in Panzer Grey. Auf großen, geraden Flächen sollte die Schicht möglichst ruhig und sauber sein, weil die folgenden Aufhellungen direkt darauf aufbauen.

2. Aufhellung mit der Airbrush

Mit Grey Primer wird das Panzer Grey von oben und auf den Mittelpunkten größerer Flächen aufgehellt. Unterseiten, Vertiefungen und die unteren Bereiche des Fahrzeugs bleiben dunkler. So entsteht bereits vor dem Wash mehr Volumen.

3. Decals

Nach den Airbrush-Arbeiten werden die Decals aufgebracht. Balkenkreuze, Fahrzeugnummern und weitere Markierungen brechen die großen grauen Flächen auf und sollten vor den folgenden Alterungsschritten sitzen.

4. Dezentes Chipping

Mit einem kleinen Stück Schwamm wird A.MIG-044 Chipping sehr sparsam auf Kanten, Luken und stärker beanspruchte Stellen aufgetupft. Lieber zu wenig als zu viel: In 15 mm wirken kleine, unregelmäßige Abplatzer überzeugender als große Schadstellen.

Einzelne größere Abplatzer werden anschließend mit Medium Sea Grey leicht abgesetzt. Dadurch entsteht ein zweistufiger Effekt und das Chipping bleibt auch nach dem Wash sichtbar.

5. Wash mit Blue for Panzer Grey

AMMO MIG Blue for Panzer Grey A.MIG-1006 wird für Vertiefungen, Nieten, Luken, Schweißnähte und andere Konturen verwendet. Der leicht bläuliche Ton harmoniert mit der grauen Grundfarbe und betont die Details, ohne das gesamte Modell einfach nur schwarz abzudunkeln.

6. Ketten mit Track Primer

Die Ketten werden mit Vallejo Panzer Aces 304 Track Primer bemalt. Der dunkle braun-metallische Grundton hebt das Laufwerk ausreichend vom grauen Fahrzeug ab.

7. Lüfter und Ketten mit schwarzem Oil Wash

Lüftergitter und Ketten bekommen anschließend ein schwarzes Oil Wash. Bei den Lüftern sorgt es für mehr Tiefe, bei den Ketten für dunkle Zwischenräume und stärkeren Kontrast.

8. Stahlseile

Stahlseile werden mit German Grey bemalt. Damit bleiben sie etwas dunkler als die bereits aufgehellte Fahrzeugoberfläche und setzen sich klar vom Panzergrau ab.

9. Highlights

Kanten und gut sichtbare Details werden zunächst mit Basalt Grey hervorgehoben. Anschließend folgen nur noch an ausgewählten oberen Kanten und Ecken feinere Highlights mit Medium Sea Grey. Gerade bei einer fast einfarbigen Lackierung sind diese letzten Kontraste wichtig.

10. Blankes Metall an den Ketten

Die erhabenen Kontaktflächen der Ketten werden leicht mit einem weichen Bleistift bearbeitet. Das Graphit erzeugt einen feinen metallischen Glanz und stellt blank geriebenes Metall sehr einfach dar.

11. Staub mit der Airbrush

Zum Abschluss wird Model Air Sand Beige sehr dünn mit der Airbrush an die Seiten des Fahrzeugs und rund um das Laufwerk genebelt. Der Effekt bleibt bewusst leicht: Das Panzergrau soll sichtbar bleiben und nur einen trockenen Staubschleier bekommen.

Beispiel: Tiger I, Ostfront 1942

Den vollständigen Baubericht zu diesem Modell findet ihr im Beitrag Flames of War: Tiger I in Panzergrau – Ostfront 1942.

Varianten

Die gleiche Grundbemalung eignet sich auch als Basis für Winterfahrzeuge. Wer den grauen Anstrich anschließend mit Whitewash weiterbearbeiten möchte, findet dazu eine eigene Anleitung auf der Seite Flames of War – Wintertarnung bei Panzern.

Quellen zur historischen Farbgebung

Zur historischen Einordnung der Fahrzeugfarben habe ich die dokumentierten Tarnanweisungen bei Panzerworld sowie die Informationen des Tank Museum herangezogen.