Great War: Montauban – Erfolg am ersten Tag der Somme

Einstieg

Battlefront hat mit Great War Scenario: Montauban ein neues historisches Szenario für Great War veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht der britische Angriff auf Montauban am 1. Juli 1916, dem ersten Tag der Schlacht an der Somme.

Der Name Somme ist vor allem mit gescheiterten Angriffen, unzerstörten deutschen Stellungen und sehr hohen britischen Verlusten verbunden. Im südlichen Abschnitt der Front verlief der Angriff jedoch anders. Die britische 30th Division und die benachbarte 18th (Eastern) Division erreichten ihre Ziele im Raum Montauban. Das Dorf selbst gehörte damit zu den wenigen bedeutenden britischen Erfolgen dieses Tages.

Genau dieser Teil der Schlacht eignet sich gut für ein historisches Szenario. Montauban zeigt, dass ein Angriff auf ein vorbereitetes Grabensystem 1916 nicht grundsätzlich zum Scheitern verurteilt war. Entscheidend waren die Vorbereitung durch die Artillerie, die Abstimmung zwischen den einzelnen Waffengattungen, eine klare Gliederung des Angriffs und die Fähigkeit, erobertes Gelände schnell zu sichern.

Battlefront stellt im Originalartikel den historischen Hintergrund und die Umsetzung für den Spieltisch vor. Damit lässt sich der Angriff mit britischer und deutscher Infanterie aus der Great War-Reihe nachspielen.

Historische Betrachtung

Die Offensive an der Somme war ursprünglich als gemeinsamer britisch-französischer Angriff geplant. Durch die deutsche Offensive gegen Verdun verlagerte sich jedoch ein großer Teil der Verantwortung auf die britische Armee. Neben einem Durchbruch durch die deutschen Linien sollte die Offensive deutsche Reserven binden und damit den Druck auf die französischen Truppen bei Verdun verringern.

Nach einer mehrtägigen Artillerievorbereitung begann der britische Angriff am 1. Juli 1916 um 7.30 Uhr. Vierzehn britische Divisionen traten auf einer breiten Front an. In vielen Abschnitten hatte das vorherige Bombardement weder die deutschen Unterstände zerstört noch den Stacheldraht ausreichend beseitigt. Als das Feuer auf weiter hinten liegende Ziele verlegt wurde, konnten die deutschen Verteidiger ihre Unterstände verlassen und die angreifende Infanterie mit Maschinengewehren, Gewehren und Artillerie unter Feuer nehmen. Die britische Armee erlitt an diesem Tag mehr als 57.000 Verluste.

Im südlichen Abschnitt bei Montauban waren die Voraussetzungen günstiger. Dort griff die britische 30th Division unmittelbar neben französischen Verbänden an. Die britische und französische Artillerie arbeitete enger zusammen, das Gelände konnte besser beobachtet werden und das Bombardement hatte die deutschen Stellungen sowie große Teile des Drahthindernisses tatsächlich schwer beschädigt.

Die 30th Division bestand zu einem erheblichen Teil aus den sogenannten Pals Battalions aus Liverpool und Manchester. In diesen Einheiten dienten Männer, die sich gemeinsam mit Freunden, Arbeitskollegen oder Nachbarn freiwillig gemeldet hatten. Für viele der Bataillone war der Angriff auf Montauban der erste große Einsatz.

Die beiden vorderen Brigaden der Division sollten zunächst die deutsche Linie zwischen Dublin Trench und Glatz Redoubt einnehmen. Der Angriff war in mehrere zeitlich aufeinander abgestimmte Abschnitte gegliedert. Anschließend sollte die Reservebrigade durch die bereits eroberten Stellungen vorrücken und Montauban selbst besetzen.

Die britische Infanterie ging hinter einem wandernden Artilleriefeuer vor. Dieses Feuer sollte sich schrittweise vor den angreifenden Truppen verlagern und die deutschen Verteidiger daran hindern, ihre Stellungen rechtzeitig wieder zu besetzen. Anders als in mehreren nördlicheren Frontabschnitten konnte die Infanterie bei Montauban dem Feuerplan weitgehend folgen.

Auch der Draht stellte ein geringeres Hindernis dar. Die Artillerie hatte ausreichend große Lücken geschaffen, sodass die britischen Wellen nicht über längere Zeit vor den deutschen Stellungen aufgehalten wurden. Gerade dieser Punkt war entscheidend: Wo der Draht am 1. Juli nicht zerstört worden war, mussten sich die Angreifer vor den Hindernissen sammeln und wurden zu leichten Zielen für deutsche Maschinengewehre.

Die ersten britischen Einheiten erreichten die vorderen deutschen Gräben und nahmen anschließend die Stellungen um Dublin Trench, Train Alley und Glatz Redoubt. Danach rückten weitere Truppen durch Railway Valley in Richtung Montauban vor. Die Verteidiger leisteten aus einzelnen Gräben, Unterständen und befestigten Positionen weiterhin Widerstand, konnten den britischen Vormarsch aber nicht mehr geschlossen aufhalten.

Eine besondere Bedrohung stellte die sogenannte Briqueterie dar, eine befestigte Ziegelei südlich von Montauban. Dort waren Maschinengewehre und Grabenmörser vermutet worden. Durch das vorherige Bombardement war die Stellung jedoch weitgehend zerstört und konnte vergleichsweise schnell genommen werden.

Im weiteren Verlauf des Vormittags drangen britische Soldaten in das schwer beschädigte Dorf ein. Dort mussten Häuser, Keller und Unterstände durchsucht werden. Zahlreiche deutsche Soldaten waren durch das Bombardement abgeschnitten oder in ihren Unterkünften eingeschlossen worden. Andere zogen sich auf weiter hinten liegende Stellungen zurück.

Die Einnahme Montaubans war nicht nur ein örtlicher Erfolg. Die britischen Truppen hatten die deutsche erste Stellung überwunden, die vorgesehene Angriffstiefe erreicht und eine Ausgangsposition für weitere Operationen in Richtung Bernafay Wood, Trônes Wood und Longueval geschaffen.

Der Erfolg konnte jedoch nicht unmittelbar zu einem größeren Durchbruch ausgebaut werden. In den weiter nördlich gelegenen Abschnitten war der britische Angriff größtenteils gescheitert. Dadurch blieben die Flanken der bei Montauban vorgedrungenen Verbände gefährdet. Die erschöpften Truppen mussten zunächst das eroberte Gelände sichern, neue Gräben ausheben, Verbindungen zur Artillerie herstellen und sich auf deutsche Gegenangriffe vorbereiten.

In der Nacht und am folgenden Tag versuchten deutsche Einheiten, verlorene Stellungen zurückzugewinnen. Diese Gegenangriffe konnten Montauban jedoch nicht zurückerobern. Das Dorf blieb bis zur deutschen Frühjahrsoffensive im März 1918 in alliierter Hand. Im August 1918 wurde es nach einem erneuten deutschen Rückzug endgültig von britischen Truppen zurückgewonnen.

Montauban war damit eine Ausnahme innerhalb des ersten Tages der Somme. Der Erfolg beruhte nicht auf einem einzelnen Faktor. Entscheidend war das Zusammenwirken einer wirksamen Artillerievorbereitung, eines beweglichen Sperrfeuers, besserer französisch-britischer Koordination, klarer Zwischenziele und einer Reserve, die den Angriff durch die vorderen Verbände fortsetzen konnte.

Bedeutung für Great War

Das Szenario bietet einen etwas anderen Blick auf die Gefechte des Ersten Weltkriegs. Es geht nicht um Panzerangriffe des Jahres 1918, sondern um einen weitgehend von Infanterie, Maschinengewehren, Mörsern und Artillerie geführten Angriff des Jahres 1916.

Dadurch stehen genau die Elemente im Mittelpunkt, die das Bild der Westfront prägen:

  • vorbereitete Grabensysteme,
  • Stacheldraht und Niemandsland,
  • befestigte Stützpunkte,
  • Maschinengewehrstellungen,
  • Artillerievorbereitung,
  • gestaffelte Infanterieangriffe,
  • Reserven und Gegenangriffe.

Ein historisch ungleiches Szenario

Montauban ist kein klassisches ausgeglichenes Turnierspiel. Die britische Seite greift mit einem konkreten Auftrag und einem festen Zeitplan an. Die deutsche Seite beginnt in vorbereiteten Stellungen und versucht, den Angriff aufzuhalten oder zumindest so lange zu verzögern, dass die britischen Ziele nicht vollständig erreicht werden.

Gerade diese unterschiedlichen Aufgaben machen das Szenario interessant.

Der britische Spieler muss den Schwung des Angriffs erhalten. Bleiben einzelne Platoons zu lange vor der ersten Grabenlinie liegen, kann die gesamte zeitliche Planung zusammenbrechen. Gleichzeitig dürfen die vorderen Einheiten nicht isoliert werden. Eroberte Stellungen müssen gesichert und nachrückende Einheiten rechtzeitig nach vorne gebracht werden.

Der deutsche Spieler kann sich nicht darauf verlassen, den Gegner bereits im Niemandsland vollständig aufzuhalten. Stattdessen muss er seine Stellungen in der Tiefe nutzen. Einzelne Maschinengewehre, Grabenmörser und Infanteriegruppen können den britischen Vormarsch verzögern, während Reserven für Gegenangriffe bereitgehalten werden.

Der britische Angriff

Für den britischen Spieler ist die Artillerie der wichtigste Bestandteil des Angriffs. Sie soll nicht allein möglichst viele gegnerische Teams ausschalten. Ihre eigentliche Aufgabe besteht darin, die Verteidiger niederzuhalten und der Infanterie den Weg zu öffnen.

Die britischen Einheiten sollten deshalb möglichst geschlossen hinter dem unterstützenden Feuer vorrücken. Ein zu vorsichtiges Vorgehen gibt den deutschen Verteidigern Zeit, sich neu zu ordnen. Ein zu schneller Angriff kann dagegen dazu führen, dass die eigene Infanterie ohne ausreichende Unterstützung auf intakte Stellungen trifft.

Nach der Einnahme der ersten Linie muss der Vormarsch fortgesetzt werden. Dabei sollten möglichst frische Einheiten durch die bereits kämpfenden Platoons hindurchgehen. Dies entspricht auch dem historischen Angriffsplan der 30th Division: Die führenden Brigaden sollten die vorderen deutschen Stellungen nehmen, während die Reservebrigade anschließend den Angriff auf Montauban weiterführte.

Maschinengewehre und Mörser eignen sich dazu, noch aktive deutsche Stellungen zu unterdrücken. Sie sollten nicht zu weit zurückbleiben, da ihre Unterstützung spätestens beim Angriff auf die zweite Linie und das Dorf benötigt wird.

Die deutsche Verteidigung

Die deutsche Seite verfügt über den Vorteil vorbereiteter Stellungen. Diese dürfen jedoch nicht als eine einzige durchgehende Verteidigungslinie verstanden werden.

Wird die gesamte Infanterie in den vorderen Gräben konzentriert, kann sie durch das Bombardement und den ersten britischen Angriff stark geschwächt werden. Sinnvoller ist eine gestaffelte Verteidigung. Einige Einheiten halten die vordere Linie, während weitere Platoons tiefer gelegene Gräben, Stützpunkte oder die Ruinen von Montauban besetzen.

Maschinengewehre sollten nach Möglichkeit überlappende Feuerbereiche erhalten. Dabei müssen sie nicht zwingend direkt an der vordersten Linie stehen. Eine weiter hinten eingesetzte Maschinengewehrstellung kann britische Truppen unter Feuer nehmen, sobald diese die ersten Gräben verlassen und ihren Angriff fortsetzen.

Auch kleine deutsche Gegenangriffe können wichtig sein. Ihr Ziel muss nicht immer die vollständige Rückeroberung eines Abschnitts sein. Bereits das Zurückwerfen eines britischen Platoons oder das Unterbrechen der Verbindung zwischen zwei Angriffswellen kann den Zeitplan des Gegners stören.

Geeignete Truppen

Für die britische Seite bietet sich eine infanterielastige Truppe an. Dazu gehören mehrere Rifle Platoons sowie Unterstützung durch schwere Maschinengewehre, leichte und schwere Grabenmörser und Feldartillerie.

Da das Szenario 1916 spielt, gehören keine Panzer auf den Tisch. Die ersten britischen Tanks wurden erst im September 1916 während der Schlacht von Flers-Courcelette eingesetzt.

Auf deutscher Seite steht ebenfalls die Infanterie im Mittelpunkt. Maschinengewehre, Minenwerfer und Artillerie ergänzen die in den Gräben eingesetzten Rifle Platoons. Die genaue Zusammenstellung und die besonderen Vorgaben sollten aus dem von Battlefront bereitgestellten Szenario übernommen werden.

Auch wenn die Armeelisten von Great War vor allem die letzten Kriegsjahre abbilden, lassen sich die vorhandenen britischen und deutschen Modelle gut für Montauban verwenden. Schwere Waffen und Spezialtruppen sollten lediglich auf die im Szenario vorgesehenen Einheiten begrenzt werden.

Der Spieltisch

Der Tisch sollte deutlich als Schlachtfeld von 1916 erkennbar sein. Im Vordergrund liegen die britischen Ausgangsstellungen. Davor befindet sich ein breiter Bereich des Niemandslandes mit Granattrichtern und beschädigten Drahthindernissen.

Auf deutscher Seite folgen mehrere Verteidigungsbereiche. Dazu gehören eine vordere Grabenlinie, Verbindungsgräben, weitere Stellungen in der Tiefe und einzelne befestigte Punkte. Am hinteren Ende des Tisches liegen die Ruinen von Montauban.

Wichtig ist, dass nicht der gesamte Tisch aus gleichmäßig verteilten Kratern besteht. Das Gelände sollte den britischen Angriffsweg und die deutsche Verteidigung nachvollziehbar abbilden. Einige Abschnitte des Drahtes können durch das Bombardement zerstört sein, während andere weiterhin ein Hindernis darstellen.

Für die Gestaltung bieten sich an:

  • britische und deutsche Schützengräben,
  • Verbindungsgräben,
  • beschädigte Stacheldrahthindernisse,
  • große und kleine Granattrichter,
  • zerstörte Häuser,
  • einzelne Baumreste,
  • befestigte Maschinengewehrstellungen,
  • Artillerieeinschläge und aufgewühlter Boden.

Gerade Montauban selbst sollte nicht wie ein vollständig intaktes französisches Dorf aussehen. Nach der Artillerievorbereitung bestand es größtenteils aus beschädigten oder zerstörten Gebäuden. Wenige Ruinen reichen aus, um den hinteren Bereich des Spielfeldes als eigentliches Angriffsziel erkennbar zu machen.

Ein Szenario ohne Panzer

Das Fehlen von Tanks ist für Great War zunächst ungewohnt, da die Fahrzeuge von 1917 und 1918 einen auffälligen Teil der Miniaturenreihe bilden. Für Montauban ist die Beschränkung auf Infanterie und Artillerie jedoch gerade interessant.

Das Spiel wird nicht durch die Frage bestimmt, wie schnell ein Tank das deutsche Maschinengewehr ausschalten kann. Stattdessen müssen die britischen Spieler ihre Infanterie, Mörser und Maschinengewehre koordinieren. Die deutsche Seite muss entscheiden, welche Stellungen bis zuletzt gehalten und welche Abschnitte zugunsten einer tieferen Verteidigung aufgegeben werden.

Damit zeigt das Szenario sehr gut, wie stark der Erfolg eines Angriffs von Planung und Zusammenarbeit abhängig war.

Auch als Ausgangspunkt für weitere Spiele

Montauban kann gut als Beginn einer kleinen Somme-Kampagne verwendet werden.

Nach einer britischen Einnahme des Dorfes könnten weitere Spiele um Bernafay Wood, Trônes Wood, Longueval oder Guillemont folgen. Eine deutsche Gegenangriffsmission in der Nacht nach dem 1. Juli wäre ebenfalls möglich.

Die Verluste des ersten Spiels könnten dabei in die folgenden Partien übernommen werden. Der britische Spieler müsste entscheiden, ob er seine erschöpften Einheiten sofort weiter einsetzt oder zunächst Reserven nach vorne bringt. Die deutsche Seite könnte zusätzliche Einheiten erhalten, müsste aber gleichzeitig mehrere bedrohte Abschnitte abdecken.

So entsteht aus dem einzelnen Szenario eine kleine zusammenhängende Kampagne über die Kämpfe am südlichen Rand des britischen Somme-Abschnitts.

Fazit

Das Szenario Montauban behandelt einen Abschnitt des ersten Tages der Somme, der häufig hinter den gescheiterten Angriffen weiter nördlich zurücktritt.

Für Great War ist das Gefecht besonders geeignet. Es verbindet einen klaren historischen Rahmen mit unterschiedlichen Aufgaben für beide Seiten. Die Briten müssen unter Zeitdruck mehrere Verteidigungsstellungen überwinden und den Angriff bis in das Dorf fortsetzen. Die Deutschen müssen ihre Gräben, Maschinengewehre und Reserven so einsetzen, dass der britische Vormarsch aufgehalten oder zumindest entscheidend verzögert wird.

Gleichzeitig kommt das Szenario ohne Tanks und große Fahrzeugverbände aus. Im Mittelpunkt stehen Infanterie, Artillerie und vorbereitete Stellungen. Damit ist Montauban auch eine gute Gelegenheit, die vorhandenen britischen und deutschen Infanteriearmeen wieder auf den Tisch zu bringen.

Den historischen Hintergrund, den Spielaufbau und die vollständigen Szenariovorgaben findet ihr im Battlefront-Artikel:

Great War Scenario: Montauban bei Battlefront

‚NAM und FAON: Erweiterungen für Checkpoint Charlie

Battlefront hat für August weitere Inhalte für ‘Nam und Fate of a Nation angekündigt. Neben neuen Formationen und Einheiten soll auch eine neue Firestorm-Kampagne erscheinen. Die zusätzlichen Regeln, Formationen und Unit Cards werden als kostenlose Downloads über die Battlefront Community und Forces bereitgestellt.

Firestorm: Hue für ‘Nam

Für Nam geht es zurück in das Jahr 1968. Die neue Kampagne Firestorm: Hue greift die Kämpfe während der Tết-Offensive auf. Mit dem Firestorm-System lassen sich mehrere Spiele zu einer zusammenhängenden Kampagne verbinden. Die Ergebnisse auf dem Spieltisch wirken sich dabei auf den weiteren Verlauf und die Lage auf der Kampagnenkarte aus.

Zusätzlich sollen neue Formationen für die südkoreanischen Streitkräfte erscheinen. Damit wird eine weitere wichtige alliierte Nation des Vietnamkriegs für ‘Nam ausgebaut.

Verstärkung für Fate of a Nation

Auch Fate of a Nation erhält neue Einheiten. Für die jordanischen Streitkräfte kommen der Charioteer, der gepanzerte Mannschaftstransporter Saracen und der Jagdpanzer Archer hinzu. Die ägyptischen Streitkräfte erhalten den OT-64 sowie GAZ-Jeeps mit Shmel-Panzerabwehrlenkwaffen. Gerade die neuen Fahrzeuge dürften weitere Möglichkeiten beim Aufbau jordanischer und ägyptischer Formationen bieten.

Die angekündigten Inhalte erscheinen als kostenlose PDFs. Teilweise sollen die neuen Formationen und Einheiten auch vorübergehend über Forces zugänglich sein.

Damit gibt es im August einen guten Grund, die vorhandenen Armeen für ‘Nam und Fate of a Nation wieder aus dem Schrank zu holen. Besonders auf Firestorm: Hue bin ich gespannt, da eine zusammenhängende Kampagne rund um die Tết-Offensive eine interessante Ergänzung für ‘Nam darstellt.

Den vollständigen Ausblick findet ihr im Battlefront-Artikel „Gear Up For An Action Packed August“.

Cold War Hot Hot Hot: erstes Testspiel

Am Wochenende haben wir erstmals die inoffizielle Cold-War-Variante von Battlegroup ausprobiert. Gespielt wurden US Marines gegen eine sowjetische Panzertruppe mit 505 Punkten.

Die Regeln stammen von Richard, der das Grundsystem von Battlegroup für einen hypothetischen Krieg zwischen NATO und Warschauer Pakt in den 1980er-Jahren angepasst hat. Neben den eigentlichen Regeländerungen stellt er auf seinem Blog Cold War Hot Hot Hot auch Armeelisten, Fahrzeugwerte, Data Cards und weitere Ergänzungen zur Verfügung. Die Variante ist weiterhin als inoffizielles Work-in-Progress zu verstehen.

Im Vergleich zu Team Yankee stehen deutlich weniger Modelle auf dem Spielfeld. Dadurch wirkt das Spiel übersichtlicher und meiner Meinung nach auch sauberer. Einzelne Fahrzeuge, Infanteriegruppen und Unterstützungswaffen haben mehr Bedeutung, während bei Team Yankee häufig größere Mengen an Fahrzeugen und Infanterie gleichzeitig bewegt und beschossen werden.

Auch das Spielgefühl ist ein anderes. Battlegroup arbeitet stärker mit Befehlen, Unterdrückung und der schrittweisen Abnutzung der gesamten Kampfgruppe. Es geht daher nicht nur darum, möglichst viele gegnerische Modelle zu zerstören. Auch festgenagelte Einheiten und verlorene Schlüsselpositionen können den Verlauf des Spiels deutlich beeinflussen.

Der Einstieg in die Regeln ging überraschend schnell. Nach den ersten Spielzügen waren die wichtigsten Abläufe klar und das Spiel lief ohne größere Unterbrechungen. Mein erster Eindruck fällt daher positiv aus.

Was das Balancing zwischen den US Marines und den sowjetischen Panzern angeht, kann ich nach diesem ersten Spiel noch nicht viel sagen. Dafür sind weitere Partien und unterschiedliche Zusammenstellungen notwendig. Das System werden wir aber auf jeden Fall erneut auf den Tisch bringen.

Flames of War: Basing Your Troops

Battlefront hat einen sehr guten Hobbyartikel zur Gestaltung von Infanterie- und Geschützbasen veröffentlicht.

Der Beitrag „Basing Your Troops“ zeigt Schritt für Schritt, wie die Figuren auf den Bases angeordnet und anschließend in eine passende Geländegestaltung eingebunden werden. Dabei geht es nicht um besonders aufwendige Schaustück-Bases, sondern um eine einfache und robuste Methode, die sich gut für komplette Armeen eignet.

Besonders hilfreich sind die zahlreichen Bilder zu den einzelnen Arbeitsschritten. Dadurch eignet sich der Artikel auch für Einsteiger, die ihre ersten Infanterie- oder Geschützteams für Flames of War gestalten möchten.

Wer gerade eine neue Einheit baut oder seine vorhandenen Bases überarbeiten möchte, sollte sich den Beitrag ansehen: Zum Artikel „Basing Your Troops“ bei Battlefront

Battlefront: August “Made to Order”

Battlefront hat die nächste Made-to-Order-Aktion für Flames of War angekündigt. Vom 1. bis zum 24. August 2026 können fünf ältere Artilleriebasen wieder über teilnehmende Händler bestellt werden.

Diesmal werden folgende Sets angeboten:

  • XX341 – American 105mm Artillery Bases
  • XX342 – British 25pdr Artillery Bases
  • XX343 – German 10.5cm Artillery Bases
  • XX344 – Soviet 76mm Artillery Bases
  • XX346 – Soviet 122mm Artillery Bases

Jedes Set enthält vier aus Resin gefertigte Artilleriebasen. Es handelt sich somit nicht um vollständige Geschützbatterien, sondern um die gestalteten Basen für die entsprechenden Geschütze und Besatzungen.

Gerade für ältere Armeen ist die Aktion interessant. Mit den Basen lassen sich vorhandene Batterien ergänzen oder ältere Geschütze passend zu den ursprünglichen Battlefront-Modellen neu basieren.

In Deutschland sind alle fünf Sets bereits bei Frontline Games gelistet. Der Preis liegt dort aktuell bei 27 Euro je Set. Als Lieferzeit werden etwa vier Wochen angegeben.

Wer noch passende Artilleriebasen benötigt, sollte die begrenzte Bestellfrist beachten. Nach dem 24. August endet das aktuelle Made-to-Order-Fenster.

Flames of War: Invasion in Sizilien, Operation Husky

Battlefront hat mit German and Italian Forces in Operation Husky eine neue kostenlose Ergänzung für Flames of War veröffentlicht. Das Material ordnet sich in die Mid-War-Zeit ein und beschäftigt sich mit den Kämpfen auf Sizilien im Sommer 1943. Im Mittelpunkt stehen dabei deutsche und italienische Verbände, die während der alliierten Landung auf der Insel eingesetzt wurden.

Bild von Battlefront

Historische Betrachtung

Mit der Landung auf Sizilien begann für die Alliierten im Juli 1943 der nächste Schritt nach dem Ende des Tunesienfeldzuges. Operation Husky sollte den Weg nach Italien öffnen, die Achsenmächte im Mittelmeer weiter unter Druck setzen und Italien aus dem Krieg drängen.

Die Verteidigung der Insel lag zunächst vor allem bei italienischen Verbänden. Diese waren unterschiedlich ausgerüstet und ausgebildet, konnten den alliierten Landungen an vielen Stellen aber nur begrenzt etwas entgegensetzen. Dennoch gab es auch italienische Einheiten, die sich in den Kämpfen engagiert einsetzten und gemeinsam mit deutschen Verbänden Gegenangriffe führten.

Die deutschen Kräfte auf Sizilien waren vor allem als mobile Reserve wichtig. Besonders um Gela kam es zu Gegenangriffen, bei denen deutsche und italienische Truppen versuchten, die amerikanischen Landungsköpfe wieder zurückzudrängen. Die Angriffe konnten die Landung nicht mehr verhindern, sorgten aber dafür, dass die Kämpfe auf Sizilien deutlich härter verliefen als ein reiner Vormarsch der Alliierten.

Im weiteren Verlauf zogen sich die Achsenmächte schrittweise in Richtung der Ätna-Linie und später nach Messina zurück. Das bergige Gelände, enge Straßen, vorbereitete Verteidigungsstellungen sowie Sprengungen und Minenfelder verlangsamten den Vormarsch der Alliierten erheblich. Am Ende gelang es, einen großen Teil der deutschen und italienischen Truppen über die Straße von Messina auf das italienische Festland zurückzuführen.

Bedeutung für Flames of War

Für Flames of War bietet die neue Ergänzung die Möglichkeit, deutsche und italienische Mid-War-Streitkräfte mit einem klaren Bezug zu den Kämpfen auf Sizilien aufzustellen. Gerade für bestehende deutsche oder italienische Armeen ergibt sich damit eine gute Grundlage für thematische Listen, einzelne Szenarien oder eine kleinere Kampagne rund um die Landung bei Gela, die Kämpfe im Inselinneren oder den Rückzug nach Messina.

Interessant ist dabei vor allem die Kombination aus italienischen Verteidigern und deutschen mobilen Kräften. Damit lassen sich nicht nur klassische deutsche Formationen spielen, sondern auch gemischte Achsenaufstellungen mit einem deutlichen historischen Bezug. Die kostenlose Ergänzung von Battlefront ergänzt damit die bisherigen Mid-War-Listen um einen weiteren interessanten Schauplatz des Jahres 1943.

Victory at Sea

Am Mittwochabend ist meine Kriegsmarine mal wieder gegen die britischen Schiffe von Dappy ins Meer gestochen und erstmalig konnte ich einen Sieg gegen die Briten erlangen. Auf Distanz bleiben und Feuer konzentrieren. Stark waren die britischen Flieger, gegen die ich keine Luftverteidigung hatte, da ich auf die Graf Zeppelin verzischtet hatte.

Flames of War: Ardennen Kampagne

Aktueller Stand Runde 2

Am 24. Dezember kann die Wehrmacht den Offensivdruck aufrechterhalten und greift wichtige Positionen und Verkehrsknotenpunkte an. Während die Panzerlehr-Division Marche nimmt (10 Siegpunkte), kann die 2. SS Panzer-Division Manhay erobern (10 Siegpunkte). Weiter nördlich können SS und Fallschirmjäger die Alliierten aus Malmedy herausdrücken und hinter die Ambleve zurückwerfen. Nur die 116. Panzer-Division scheitert bei Soy und erleidet schwere Verluste. Die alliierten Truppen im Zentrum der Schlacht geraten in ernste Versorgungschwierigkeiten, die 7. Armored Division und die 106. Infantry Division werden bei Fraiture eingeschlossen.
Südlich von Bastogne scheint sich jedoch die 4th Armored Division in den Abendstunden bereitzumachen, in Richtung Bastogne anzutreten.

  • BA 1 – Angriff Wehrmacht, Rochefort nach Marche, Sieg Wehrmacht, Keine FSU zerschlagen
  • BA 2 – Angriff Wehrmacht, Beffe nach Soy, Sieg Alliierte, FSU 116.Panzer zerschlagen
  • BA 3 – Angriff Wehrmacht, Pisserotte nach Manhay, Sieg Achse, FSU 508th Para zerschlagen
  • BA 4 – Angriff Wehrmacht, Poteau nach Malmedy, Sieg Wehrmacht, Keine FSU zerschlagen
  • BA 5 – Angriff Alliierte von Vaux nach Villeroux, FSU: 4 CCA und 4 CCB gegen Ari 179, Modifikatoren: Alliierte 30%, Wehrmacht 15%

Flames of War: Liberation of Italy

Battlefront hat die komplette Release-Übersicht zur neuen Erweiterung Liberation of Italy – Forces on the Southern Front 1944-45 veröffentlicht. Neben dem Quellenbuch erscheinen in den kommenden Monaten zahlreiche neue und wieder aufgelegte Miniaturen für alle beteiligten Nationen.

Den Anfang machen das neue Quellenbuch sowie die limitierten Army Deals. Diese enthalten neben den Miniaturen auch Marker, Objectives sowie einen Freischaltcode für die jeweiligen Armeen in Forces of War.

Deutschland

Die deutschen Streitkräfte erhalten einige komplett neue Bausätze sowie die Rückkehr beliebter Einheiten.

Bereits im Juli erscheinen:

  • Marder / Grille Selbstfahrlafetten
  • Fallschirmjäger 10,5 cm Artillerie
  • Fallschirmjäger 8,8 cm Flak
  • Gepanzerte 8,8 cm FlaK37(Sf)
  • Flakpanzer 38(t)
  • StuG M43
  • Hermann Göring Panzergrenadiere
  • Hermann Göring Heavy Platoon
  • Hermann Göring Anti-Tank & Artillery Group

Im August folgen:

  • Kübelwagen
  • Schwimmwagen
  • Gebirgsjäger Infantry Platoon
  • Gebirgsjäger HMG Platoon
  • Gebirgsjäger Mortar Platoon
  • Gebirgsjäger Anti-Tank Group
  • Gebirgsjäger Artillery Group

Außerdem kehren einige Special-Order-Modelle und Objectives zurück.

USA

Die amerikanischen Streitkräfte sind bereits gut aufgestellt, erhalten aber einige interessante Ergänzungen.

Neu erscheinen:

  • M17 Whiz Bang
  • T19 HMC mit 105 mm Haubitze
  • M1 Bofors 40 mm Flak
  • Devil’s Brigade (FSSF/Ranger Platoon)
  • Turretless Stuart T8E1

Gerade die Devil’s Brigade dürfte viele Spieler freuen und passt hervorragend zum Italienfeldzug.

Frankreich

Die französischen Truppen gehören sicherlich zu den größten Gewinnern der Erweiterung.

Ende August erscheinen:

  • Goum HQ & Weapons Teams
  • Goumier Platoon
  • Goum Mortar Platoon
  • Tirailleurs Platoon

Damit lässt sich erstmals eine vollständige französische Streitmacht des Italienfeldzuges aufbauen.

Großbritannien & Commonwealth

Auch die Commonwealth-Armeen bekommen einige bekannte Modelle zurück.

Geplant sind:

  • Defrocked Priest
  • Humber LRC
  • Otter Armoured Car
  • 75 mm Autocar
  • Staghound
  • Commonwealth Rifle Platoon
  • Italy Decal Pack

Zusammen mit der bereits vorgestellten North Irish Horse Army Deal stehen damit wieder viele Fahrzeuge für britische Italien-Listen zur Verfügung.

Italien

Natürlich dürfen auch italienische Streitkräfte nicht fehlen. Sowohl die Truppen der RSI als auch das Corpo Italiano di Liberazione werden unterstützt.

Im September erscheinen:

  • Infantry Platoon
  • Breda MG Platoon
  • 8 cm Mortar Platoon
  • Engineer Platoon
  • Artillery Group
  • Anti-Tank Group

Ergänzt werden die Einheiten durch weitere Special-Order-Geschütze.

Warriors of Italy

Zusätzlich erscheint das Set Warriors of Italy Campaign mit zwölf besonderen Charaktermodellen. Enthalten sind unter anderem:

  • Daniel Inouye
  • Sandy Thomas
  • Wojtek, der Soldatenbär
  • Tommy Prince
  • Kamal Ram
  • Smokey Smith

Dazu kommen weitere generische Heldenmodelle für die verschiedenen Nationen.

Mein Eindruck

Battlefront bringt mit Liberation of Italy deutlich mehr als nur ein neues Quellenbuch. Fast jede Nation erhält neue oder wieder aufgelegte Miniaturen. Besonders freue ich mich über die Rückkehr der Gebirgsjäger, der Hermann-Göring-Einheiten und der französischen Truppen. Auch die Devil’s Brigade und die italienischen Einheiten sorgen endlich für mehr Auswahl auf einem Kriegsschauplatz, der in Flames of War lange vernachlässigt wurde.

Vorbestellungen für das Buch und die limitierten Army Deals sind bereits möglich. Die übrigen Releases erscheinen gestaffelt von Juli bis September 2026. Wie gewohnt werden alle Nationen zusätzlich passende Unit Cards und Command Cards erhalten.

82 Jahre D-Day

Am 06. Juni 1944 begann mit der alliierten Landung in der Normandie die Operation Overlord. Die Landungsstrände trugen die Codenamen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword. Amerikanische, britische, kanadische und weitere alliierte Truppen landeten an diesem Tag an der französischen Küste und eröffneten damit die Westfront gegen das nationalsozialistische Deutschland.

Der D-Day war kein einzelnes Gefecht, sondern der Beginn einer großen militärischen Operation. Neben den Landungen an den Stränden gehörten auch Luftlandeoperationen, Marineunterstützung, Täuschungsmanöver, Pionierarbeit, Nachschub und später die schweren Kämpfe im Hinterland dazu. Gerade die folgenden Wochen in der Normandie waren für beide Seiten verlustreich. Bocage, befestigte Stellungen, Minenfelder, Artillerie und Gegenangriffe machten den Vormarsch langsam und schwierig.

Für unser Hobby ist dieser Zeitraum immer wieder ein Thema. Viele Systeme wie Flames of War, Bolt Action oder andere historische Tabletop-Regeln greifen die Landung in der Normandie, die Luftlandeoperationen und die Kämpfe im Hinterland auf. Auf dem Spieltisch entstehen daraus Szenarien mit Strandhindernissen, Landungsbooten, Bunkern, Fallschirmjägern, Pionieren, Panzerreserven und später den Gefechten in der Bocage.

Dabei ist mir eine klare Abgrenzung wichtig. Tabletop ist für mich ein historisches Hobby. Es geht um Modelle, Bemalung, Szenarien, Regeln und das Nachstellen militärhistorischer Situationen im kleinen Maßstab. Es geht nicht um Verherrlichung von Krieg, Gewalt oder Ideologie.

Gerade beim Zweiten Weltkrieg gehört diese Einordnung dazu. Die deutsche Seite in diesem Konflikt war das nationalsozialistische Deutschland. Dieses Regime stand für Diktatur, Rassenwahn, Terror, Verfolgung, Massenmord und einen verbrecherischen Angriffskrieg. Davon distanziere ich mich ausdrücklich und ohne Einschränkung.

Wenn deutsche Einheiten im historischen Tabletop dargestellt werden, dann geschieht das aus historischem Interesse am Konflikt und an den militärischen Zusammenhängen, nicht aus Sympathie für das NS-Regime oder seine Ideologie. Symbole, Begriffe und Darstellungen aus dieser Zeit müssen entsprechend verantwortungsvoll behandelt werden.

Der 06. Juni erinnert deshalb nicht nur an eine große militärische Operation, sondern auch an die Befreiung Westeuropas vom Nationalsozialismus. Für den Spieltisch kann der D-Day ein spannendes Szenario sein. In der Realität war er Teil eines Krieges, der unzählige Menschenleben gekostet hat.

US-Truppen landen am 06. Juni 1944 am Omaha Beach. Der D-Day war der Beginn der alliierten Landung in der Normandie.