Tja… das Vietnam-Comeback ist offenbar deutlich besser eingeschlagen, als Battlefront selbst erwartet hat. Die Aktion war kaum online, da waren mehrere Produktlinien mit begrenztem Lagerbestand auch schon wieder ausverkauft.
Die gute Nachricht: Battlefront hat bereits reagiert und eine weitere Produktion im Werk angestoßen, um den Webstore wieder aufzufüllen. Sobald die Lieferung eingetroffen ist, soll es eine Restock-Aktion geben – besonders für alle, die diesmal leer ausgegangen sind.
Noch besser: Laut Battlefront will man die ‘Nam-Range künftig regelmäßig nachfüllen, damit man nicht jedes Mal hoffen muss, genau im richtigen Moment auf „Bestellen“ zu klicken – und damit die Schlachten wirklich überall stattfinden können: von der DMZ bis runter ins Delta.
Mein Tipp: Wenn ihr das Thema ‘Nam auf dem Zettel habt (oder noch ausbauen wollt), dann lohnt sich ein Blick auf den Battlefront-Newsletter. Genau darüber werden solche Restocks und Sales meistens zuerst angekündigt – und nach dieser Runde würde ich mich nicht darauf verlassen, dass die Sachen lange liegen bleiben.
Und für alle, die jetzt direkt loslegen wollen: Ein Teil der Produkte ist aktuell noch verfügbar und noch für etwa eine Woche im Angebot. Wer also ohnehin etwas gebraucht hat, sollte lieber nicht zu lange warten.
Ich habe hier die Vorab-Version von „Blitzkrieg“ vorliegen – das Buch ist im Kern der Early-War-Einstieg (V4) für den Zeitraum 1939–1940 und liefert dir drei spielbare Kräfte für die Kämpfe um Frankreich/Benelux: Deutschland (France 1940), Frankreich (Armée de Terre 1940) und die British Expeditionary Force (BEF). Dazu gibt’s eine ordentliche Portion Hintergrund, „Know your Tanks“-Abschnitte, Command Cards, Painting & Basing Guides und ein kleines Gelände-Kapitel.
Aufbau & Inhalt
Historischer Teil (spielrelevant aufbereitet) Am Anfang bekommst du den Kontext: Vormarsch bis zum Krieg, Polenfeldzug, dann Fall Gelb/Fall Rot mit Karten/Zeitleisten – genau die Art von „schnell lesbar, aber stimmungsvoll“, die man vor einem Spielabend gerne durchblättert.
Armee-„Pakete“ pro Nation Jede Nation folgt demselben Muster:
Kurzer Fluff-/Einordnungs-Teil
Special Rules der Nation (die das Spielgefühl wirklich prägen)
Force Chart (Formationen, Support-Boxen, Wildcard, ggf. Allied Support)
Danach die Formationen mit ihren Pflicht-/Optional-Auswahlen
Zum Schluss Support Units, Painting & Basing Guide
Terrain: Frankreich & Low Countries Hinten drin ist ein knappes, aber nützliches Gelände-Kapitel: offene Felder, sanfte Hügel, Hecken/Zäune, Ortschaften, Wälder/Obstgärten, Mauern sowie Flüsse/Furten – plus Hinweise, wie sich das fürs Spiel „anfühlen“ soll (Kanäle/Flüsse als Verteidigungslinien, Dörfer als Igelstellungen usw.).
Deutschland spielt sich in „Blitzkrieg“ genau so, wie man es erwartet: Beweglichkeit + Initiative.
Stormtroopers (zweite Movement Order nach erfolgreicher erster) gibt dir dieses typische „Ich schiebe noch nach / ich korrigiere noch die Position“-Gefühl.
Third Reich verbessert die Standfestigkeit (Last Stand).
Dazu kommen tank-/infantrybezogene Regeln wie Gigantic, Protected Ammo, Unit Transport (für Halbketten) und Mounted Assault (der Punch aus dem Fahrzeug heraus).
Unterm Strich: Deutschland ist die Armee, die Tempo erzwingt und gern „aus dem Takt“ des Gegners spielt.
Der deutsche Force-Teil ist ziemlich breit aufgestellt: du kannst eine Force aus mehreren Formationen kombinieren, musst aber mindestens eine stellen. Enthalten sind u. a.:
Light Tank Company (klassische frühe Panzer I/Panzer II-Stimmung)
Medium Tank Company (Panzer III/Panzer IV als Kern)
Panzer 38(t) Tank Company (thematisch 7. Panzerdivision/tschechische Panzer)
StuG Assault Gun Battery (frühe StuGs als Formation)
Motorised Rifle Company (Schützen im LKW – „combined arms“ pur)
Armoured Rifle Company (Sd Kfz 251/„Panzerschützen“-Style)
Armoured Car Company (limitiert auf max. 1)
Infantry Company (Infanteriedivisionen als solides Rückgrat)
Gerade das Nebeneinander von Motorised Rifle Company und Armoured Rifle Company ist super, weil es zwei sehr unterschiedliche Spielansätze ermöglicht: einmal „Masse + Waffen-Teams im Schlepptau“, einmal „Spitze + gepanzerte Mobility“.
Der Support ist passend „deutsch“: starke Panzerjäger-Optionen, klassische 10.5cm Artillerie, Aufklärer in mehreren Ausprägungen, 8.8-Optionen, sowie Luftwaffe-Elemente wie Stuka und leichte Flak.
Außerdem gibt’s einen German Wild Card Unit-Slot (u. a. mit dem Neubaufahrzeug als kurioser, aber extrem thematischer Hingucker) sowie Command-Card-Personalities wie Kurt „Schnell“ Meyer als Option für passende Formationen.
Frankreich ist in diesem Buch nicht „schlecht“, sondern anders – und das wird über die Sonderregeln sauber transportiert:
Methodical bremst deine taktische Flexibilität (und beeinflusst u. a. Break Off), was das „planvoll-vorbereitete“ Vorgehen abbildet.
Quick Fire macht die berühmte französische 75mm spielmechanisch interessant (je nach Geschützanzahl verändert sich das Re-roll-Verhalten im Bombardement).
Dazu kommen Dinge wie Unit Transport, Secondary Weapon (wichtig bei französischen Mehrwaffen-Tanks) und Gigantic für große/auffällige Plattformen.
Das Ergebnis: Frankreich belohnt dich, wenn du Positionen vorbereitest, Feuerzonen aufbaust und den Gegner in ungünstige Kämpfe zwingst.
Auch Frankreich hat den „mindestens 1 Formation“-Grundsatz und zusätzlich eine sehr coole Klammer:
Du darfst eine britische Pflicht-Unit als Support und sogar eine britische Formation als Allied Formation mitnehmen (und umgekehrt können die Briten französisch ergänzen).
Die Formationen sind ein schöner Mix aus ikonischen Tankverbänden und mechanisierter Infanterie:
Renault Char B1 Tank Company (Infanteriepanzer-Schwerpunkt)
Chasseurs Company (mit dem richtig coolen Twist: Lorraine 38L als Transport-Option via Command Card – „Tracked APC“-Feeling in Early War!)
Motor Fusiliers Squadron (mobile Infanterie der Kavallerie)
Dazu kommen Reconnaissance- und Infantry-Formations im Force-Teil (u. a. Panhard AMD als Aufklärungs-Schwergewicht; im Buch als Formation mit Limitierung geführt).
Der französische Support deckt die klassischen Bedürfnisse ab: AT (25mm/47mm/75mm), Artillerie (inkl. 75mm/105mm), Aufklärung und AA-Optionen.
Was mir gefällt: Das Buch gibt Frankreich genug Werkzeuge, um nicht nur „zu reagieren“, sondern aktiv Spielpläne zu bauen – z. B. mit methodischem Panzerkern + gutem AT-Schirm + Quick-Fire-Artillerie.
Die Briten spielen sich wie eine Mischung aus „sturer Infanterie“ und „eigenwilliger Panzerlehre“:
Bulldog (besseres Counterattack) und Deadly (besserer Assault) machen die Infanterie unangenehm im Nahkampf – sehr BEF-typisch.
Tankregeln wie Cruiser (kein klassischer ROF-Abzug, aber To-Hit-Penalty bei Bewegung) und Secondary Weapon formen das Schussprofil britischer Panzer.
Dazu kommen Smoke-Themen wie Smoke Bombardment Only / Smoke Only (CS-Tanks) und ein nettes Detail zu Horse Artillery (Mount/Dismount per Blitz).
Kurz: Briten können sehr „ehrlich“ spielen – Linie halten, sauber unterstützen, im richtigen Moment zubeißen.
Der BEF-Force-Chart ist angenehm fokussiert:
A13 Armoured Squadron (Cruiser-Kern)
Matilda I Tank Company
Matilda II Tank Company
Divisional Cavalry Squadron (max. 1)
Rifle Company
Und wie bei den Franzosen gilt: Allied Support ist möglich (eine französische Pflicht-Unit als Support und eine französische Formation als Allied Formation).
Support ist sehr „BEF 1940“: Dingos, Motorräder, Morris CS9, 2-pdr AT, 18/25-pdr Artillerie (auch als Horse Artillery), OP-Optionen inkl. Bren Carrier OP.
Als Sahnehäubchen gibt es den Abschnitt zur British Wild Card Unit (inkl. TOG 1 als absoluter „was-wäre-wenn“-Spaßfaktor für Sammler und Themenlisten).
Command Cards Das Buch streut Command-Card-Beispiele direkt dort ein, wo sie hingehören (bei Formationen/Units) und erklärt den Ansatz: Ratings/Weapons/Spezial-Formationen und Charaktere. Für Listenbauer ist das wichtig, weil es dir thematische Varianten liefert, ohne dass du in fünf PDFs springen musst.
Hobby-Teil Die Painting & Basing Guides (DE/FR/UK) sind genau der praktische Battlefront-Stil: Farbtabellen, Hinweise zu Fahrzeugfarben/Camo und klare Basing-Skizzen je Teamtyp. Gerade für Einsteiger in Early War ist das Gold wert, weil man nicht lange rätseln muss, wie welche Teams „gedacht“ sind.
Für wen lohnt sich „Blitzkrieg“? Wenn du Early War spielen willst (oder einen zweiten „Einstiegsschauplatz“ neben späteren Kriegsphasen suchst), ist das Buch ein sehr rundes Paket:
Deutschland: Tempo, flexible Combined Arms, viele Formationstypen.
Frankreich: methodisch, defensiv-stark, mit richtig interessanten thematischen Tools.
Dazu kommt: Die Allied-Formation-Regel zwischen Frankreich und BEF sorgt direkt für Abwechslung beim Listenbau (und historisch passende gemeinsame Aufstellungen).
Im Dezember habe ich angefangen noch einen Trupp VC für meine PAVN Armee in NAM‘ zu bemalen. Das sollte eigentlich in wenigen Tage vollendet sein, da ich auf einen hohen Bemalstandard bei den Truppen absichtlich verzischtet habe und nur eine einfache Bemalung mit Contrastfarben mache. Leider ist dem nicht so und ich schleppe mich nur langsam durch die Modelle. Die ersten sind allerdings nun soweit bemalt und können gezeigt werden.
Unsere nächste Kampagne wird den Zeitraum Dezember 1944 bis Januar 1945 abdecken und im Kampfraum der Ardennenoffensive sich abspielen. Daher wird für die bereits vorhandene Winterplatte noch ein wenig Gelände benötigt. Hierbei habe ich an beschneite Hecken und Mauern gedacht. Die Bases habe ich dabei mit dem 3D Drucker gedruckt und dann mit Kokosmatten die Hecken dargestellt. An den Mauern bin ich derzeit noch am Arbeiten.
Zum Jahresabschluss haben Björn und ich noch eine kleine Runde FoW im Schnee gespielt. Konkret nach den Büchern Ardennen Offensive und Battle of the Bulge. Dabei hat Björn erstmalig die Achse gespielt und eine Panzerkompanie gespielt. Ich habe mit einer US Panzerkompanie, basierend auf Shermans dagegengehalten. Als Schlachtfeld habe ich meine alte Winterplatte von vor ein paar Jahren ausgekramt und somit hatten wir ein stimmiges Szenario.
Björn hat gut mit den deutschen Panzern performed und mich in 5 Runden in einem Company-Moral-Check gebracht, wobei mein CiC schon vom Feld war und ich somit das Spiel verloren hatte. Dennoch war es ein tolles Spiel und ein gelungender Jahresabschluss.
Schon wieder ist ein Jahr rum – Zeit, einmal kurz innezuhalten, den Pinsel beiseite zu legen und auf unser Hobbyjahr zurückzuschauen. Auf meinem Maltisch war 2025 auf jeden Fall ordentlich was los: jede Menge sowjetischer Stahl, ein paar Ausflüge in andere Systeme und natürlich die üblichen „Mal eben schnell“-Nebenprojekte, die dann doch wieder mehr Zeit gefressen haben als geplant.
Besonders Spaß gemacht haben mir dieses Jahr die ganzen kleinen Nebenarbeiten rund ums Hobby: Listen basteln, Bücher wälzen und passende Modelle dazu heraussuchen. Aus ein paar Bildern und Ideen wurden nach und nach Artikel für den Blog – und aus den Artikeln hoffentlich die eine oder andere Inspiration für eure eigenen Armeen.
Was ich an unserem Hobby immer wieder mag: Es ist ein schönes Gegengewicht zum Alltag. Man sitzt am Maltisch, hat Farbe, Figuren und vielleicht ein paar gute Podcasts oder Musik im Hintergrund, und plötzlich ist aus einem grauen Plastikklotz eine fertige Einheit geworden, die beim nächsten Spiel über das Schlachtfeld rollen darf.
Für 2026 liegen jedenfalls schon genug Ideen bereit: weitere Verstärkungen für meine bestehenden Armeen, ein paar neue Formationen, die ich schon viel zu lange vor mir herschiebe, und sicherlich das eine oder andere spontane Projekt, das sich einfach dazwischen drängelt. Es wird also nicht langweilig werden.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch, bleibt gesund, habt einen entspannten Jahreswechsel – und kommt gut mit Pinsel, Würfeln und Miniaturen ins neue Jahr. Wir sehen uns 2026 hier wieder, mit frischer Farbe auf dem Maltisch und hoffentlich vielen neuen Spielen auf dem Tisch.